{"id":205188,"date":"2020-04-28T08:21:59","date_gmt":"2020-04-28T08:21:59","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/coronavirus-bei-kindern-was-uber-infektionen-und-ansteckungsraten-bekannt-ist\/"},"modified":"2020-04-28T08:21:59","modified_gmt":"2020-04-28T08:21:59","slug":"coronavirus-bei-kindern-was-uber-infektionen-und-ansteckungsraten-bekannt-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/coronavirus-bei-kindern-was-uber-infektionen-und-ansteckungsraten-bekannt-ist\/","title":{"rendered":"Coronavirus bei Kindern: Was \u00fcber Infektionen und Ansteckungsraten bekannt ist"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Eltern sind mit ihren Nerven am Ende und fordern, Kitas, Kinderg\u00e4rten und Grundschulen endlich wieder zu \u00f6ffnen. Doch welche Rolle spielen Kinder in der Corona-Pandemie eigentlich?  <\/p>\n<p>Das Coronavirus hat nicht nur den Alltag vieler Menschen auf den Kopf gestellt, sondern auch das Familienleben auf eine harte Probe. Wenn beide Eltern arbeiten m\u00fcssen, kommen manchmal nur noch Fernseher oder Smartphone als Betreuungsersatz infrage.<\/p>\n<p>Den gewohnten Alltag und soziale Kontakte au\u00dferhalb der Familie k\u00f6nnen sie nicht ersetzten. Mancher sieht gar das Kindeswohl gef\u00e4hrdet, wenn der Nachwuchs \u00fcber Monate keinen sozialen Austausch mit Gleichaltrigen pflegen kann.<\/p>\n<p>Deshalb wird nun diskutiert, auch Kindern wieder etwas mehr Freiraum zu verschaffen. In den zuletzt besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen L\u00e4ndern Italien und Spanien gibt es erste Lockerungen, oder sie sind zumindest geplant. Allerdings waren die Einschr\u00e4nkungen dort auch noch gr\u00f6\u00dfer als in Deutschland.<\/p>\n<p>In Spanien d\u00fcrfen Kinder unter 14 Jahren etwa seit Sonntag \u00fcberhaupt erst wieder f\u00fcr eine Stunde pro Tag mit einem Elternteil vor die T\u00fcr gehen. In Italien sollen Kinder ab dem 4. Mai wieder in Parks spielen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>In Deutschland diskutierten die Kultusminister am Montag, inwiefern der Schulbetrieb in den unterschiedlichen Jahrgangsstufen wieder anlaufen k\u00f6nnte (einen \u00dcberblick m\u00f6glicher Szenarien lesen Sie hier). Bislang sind vor allem Abiturienten und Sch\u00fcler, die vor dem mittleren Schulabschluss stehen, f\u00fcr Pr\u00fcfungen kurzzeitig an die Schulen zur\u00fcckgekehrt. Kitas und Kinderg\u00e4rten bleiben allerdings vorerst weiter geschlossen.<\/p>\n<h3>&quot;So langsam nicht mehr ertr\u00e4glich&quot;<\/h3>\n<p>Dass Politiker und Experten bei dem Thema zur\u00fcckhaltend sind, d\u00fcrfte auch damit zusammenh\u00e4ngen, dass noch immer kaum etwas dar\u00fcber bekannt ist, welche Rolle Kinder bei der Ausbreitung des neuen Coronavirus spielen (einen weiteren Artikel dazu lesen Sie hier).<\/p>\n<p>Christian Drosten von der Charit\u00e9 in Berlin, der das Virus der ersten Sars-Pandemie 2002\/2003 entdeckt hat, beschrieb die Situation in einem Interview mit dem ORF zuletzt als &quot;so langsam nicht mehr ertr\u00e4glich&quot;. Es m\u00fcssten dringend valide Daten her.<\/p>\n<p>Das Problem sei, dass diese am besten bei den Gesundheits\u00e4mtern erfasst werden k\u00f6nnten. Dort lie\u00dfe sich nachverfolgen, ob sich die Kinder von nachweislich Infizierten ebenfalls angesteckt h\u00e4tten - oder umgekehrt. Allerdings seien die Gesundheits\u00e4mter zu \u00fcberlastet, um nebenbei Studien durchzuf\u00fchren. Drosten rechnet daher erst in zwei bis drei Wochen mit aussagekr\u00e4ftigen Informationen f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<p>Baden-W\u00fcrttemberg hat nun mehrere Unikliniken beauftragt, Corona-Infektionen bei Kindern unter zehn Jahren zu untersuchen. 2000 Eltern-Kind-Paare sollen unter Federf\u00fchrung der Uniklinik Heidelberg auf eine Infektion und Antik\u00f6rper getestet werden. So wollen die Forscher unter anderem pr\u00fcfen, ob sich Kinder so leicht infizieren wie Erwachsene. Bislang ist die Datenlage dazu widerspr\u00fcchlich.<\/p>\n<h3>Stecken sich Kinder seltener an als Erwachsene?<\/h3>\n<p>Im ung\u00fcnstigsten Fall k\u00f6nnten Kinder ma\u00dfgeblich zur Ausbreitung des Virus beitragen, wenn Kitas und Grundschulen wieder ge\u00f6ffnet werden. Im besten Fall stecken sie sich und andere kaum an. Dann w\u00fcrden sie nur eine geringe Rolle bei der Ausbreitung der Pandemie spielen. Wom\u00f6glich liegt die Wahrheit auch irgendwo dazwischen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den ung\u00fcnstigeren Fall spricht eine Studie aus China aus dem M\u00e4rz 2020. Forscher haben darin untersucht, wie h\u00e4ufig sich Kinder im Vergleich zu Erwachsenen bei einem bereits Infizierten angesteckt haben.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler testen dazu die Kontaktpersonen von 391 Corona-Infizierten auf das Virus. Insgesamt waren das 1286 Menschen. Sieben bis acht Prozent der Kontakte haben sich demnach infiziert. Kinder unter zehn Jahren erwischte das Virus genauso h\u00e4ufig wie Erwachsene.<\/p>\n<p>Allerdings gibt es auch anders lautende Studien: Eine kleinere Untersuchung mit 105 anf\u00e4nglich Infizierten in China und deren insgesamt 392 Kontaktpersonen im eigenen Haushalt kam zu dem Schluss, dass sich Minderj\u00e4hrige zwar infizieren, aber nicht so leicht wie Erwachsene.<\/p>\n<p>Vier Prozent der unter 18-j\u00e4hrigen Kontaktpersonen steckten sich demnach an. Bei den Erwachsenen lag die Rate bei gut 17 Prozent.<\/p>\n<p>Zu einem noch mal anderen Ergebnis kommt eine Untersuchung aus Island. In dem Inselstaat blieben Schulen und Kinderg\u00e4rten trotz des Corona-Ausbruchs weitgehend ge\u00f6ffnet. F\u00fcr eine Studie wurden Mitte M\u00e4rz bis Anfang April 848 Kinder unter zehn Jahren auf eine Corona-Infektion getestet - kein einziges von ihnen trug das Virus in sich. In der \u00e4lteren Bev\u00f6lkerung waren es 0,8 Prozent.<\/p>\n<p>An der Studie wurde allerdings kritisiert, dass sich ein Gro\u00dfteil der Teilnehmer freiwillig online melden konnte, wenn er keine oder nur leichte Symptome hatte. Es ist denkbar, dass sich vor allem Eltern registriert haben, die besonders gro\u00dfe Sorge um eine Infektion ihrer Kinder hatten und sie entsprechend vor Kontakten gesch\u00fctzt haben. Das Ergebnis ist nicht repr\u00e4sentativ.<\/p>\n<h3>Kinder erkranken sehr selten schwer<\/h3>\n<p>Fest steht, dass sich Kinder grunds\u00e4tzlich mit dem neuen Coronavirus anstecken k\u00f6nnen. Allerdings trifft es sie wohl oft nicht so schwer. Laut der Studie aus China, nach der Kinder genauso anf\u00e4llig f\u00fcr eine Infektion sind wie Erwachsene, entwickelten Kinder unter zehn Jahren deutlich seltener Symptome. Das neue Coronavirus f\u00fchrt also seltener dazu, dass sie krank werden.<\/p>\n<p>Der genaue Hintergrund ist noch unklar. Offenbar bef\u00e4llt das Virus bei Kindern aber \u00f6fter die oberen Atemwege, sodass Lungenentz\u00fcndungen seltener sind. &quot;Auch wenn bei Kindern, insbesondere bei S\u00e4uglingen und Kleinkindern, schwere Verl\u00e4ufe vorkommen k\u00f6nnen, ist die Mehrzahl nach bisherigen Studien bei Kindern eher mild und unspezifisch&quot;, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI).<\/p>\n<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr P\u00e4diatrische Infektiologie sammelt Daten, wie viele Kinder und Jugendliche in Deutschland wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden. Vom 18. M\u00e4rz bis Ende vergangener Woche lagen in Deutschland demnach 133 Kinder- und Jugendliche mit Covid-19 im Krankenhaus, ungef\u00e4hr zehn Prozent davon auf der Intensivstation.<\/p>\n<p>Der Gro\u00dfteil der Kinder war zwischen einem und f\u00fcnf Jahre oder einem und elf Monate alt. Allerdings ist die Statistik nicht vollst\u00e4ndig, da nicht alle Kliniken Informationen zur Verf\u00fcgung stellen. Insgesamt d\u00fcrften die Zahlen deutlich h\u00f6her liegen.<\/p>\n<p>In Gro\u00dfbritannien schlug die staatliche Gesundheitsbeh\u00f6rde NHS zudem gerade Alarm, weil dort in Einzelf\u00e4llen Kinder an einem potenziell t\u00f6dlichen Syndrom erkrankt sind. Dabei treten offenbar mehrere Corona-Symptome gleichzeitig auf, etwa Magen- und Herzprobleme.<\/p>\n<p>Die Zahl der Kinder, die wegen der beschriebenen Beschwerden auf Intensivstationen in London und anderen Regionen behandelt werden mussten, sei in den vergangenen drei Wochen gestiegen, berichtet das britische &quot;Health Service Journal&quot;. Betroffen seien alle Altersgruppen.<\/p>\n<p>Wie viele Kinder insgesamt erkrankt sind, ist allerdings unklar. Insgesamt ist das Syndrom wohl sehr selten. Auch, ob tats\u00e4chlich das Coronavirus die Ursache ist, muss noch gekl\u00e4rt werden. Am Dienstag \u00e4u\u00dferte sich der britische Gesundheitsminister Matt Hancock besorgt, man untersuche zur Zeit intensiv, was es mit dem Syndrom auf sich habe, doch auch er betonte: Es trete selten auf.<\/p>\n<h3>Virenschleudern oder Virenbremser?<\/h3>\n<p>Bleibt noch die Frage, wie gef\u00e4hrlich infizierte Kinder f\u00fcr andere sind. Den ganz Kleinen in Kitas und Kinderg\u00e4rten ist es kaum zu vermitteln, dass sie Abstand zu Gleichaltrigen halten, in die Armbeuge niesen und das Sabbern unterlassen sollen.<\/p>\n<p>Sie gelten deshalb unabh\u00e4ngig vom aktuellen Corona-Ausbruch als Keimschleudern. Bringt ein Kind einen Erreger in die Kita, haben ihn bald alle anderen auch und geben ihn wiederum an ihre Eltern und Geschwister weiter. Ob das beim neuen Coronavirus auch so ist, bleibt eine zus\u00e4tzliche offene Frage.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eltern sind mit ihren Nerven am Ende und fordern, Kitas, Kinderg\u00e4rten und Grundschulen endlich wieder zu \u00f6ffnen. Doch welche Rolle spielen Kinder in der Corona-Pandemie eigentlich? 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