{"id":204088,"date":"2020-04-21T20:12:18","date_gmt":"2020-04-21T20:12:18","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-krise-in-bayern-die-fatale-liebe-zum-starkbier\/"},"modified":"2020-04-21T20:12:18","modified_gmt":"2020-04-21T20:12:18","slug":"corona-krise-in-bayern-die-fatale-liebe-zum-starkbier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-krise-in-bayern-die-fatale-liebe-zum-starkbier\/","title":{"rendered":"Corona-Krise in Bayern: Die fatale Liebe zum Starkbier"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Acht der zehn Landkreise mit den meisten Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner liegen in Bayern. Entscheidend daf\u00fcr waren wohl auch Starkbierfeste. Hat Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der nicht z\u00fcgig genug reagiert?  <\/p>\n<p>Es war eine Party, die viele Feiernde wohl so schnell nicht vergessen werden: Die Menschenmenge tobte an jenem Abend des 7. M\u00e4rz beim Rosenheimer Starkbierfest in der Inntalhalle. Viele meist junge Besucher standen auf den Bierb\u00e4nken oder in der N\u00e4he der B\u00fchne, sie tanzten, gr\u00f6lten und waren teils eng umschlungen. Eine Coverband spielte bekannte Hits. So zeigen es noch heute Bilder und Videos in den sozialen Netzwerken.<\/p>\n<p>Die Party fiel in eine Phase der Unsicherheit. Das Coronavirus hatte anderswo l\u00e4ngst seinen Schrecken verbreitet, doch noch gab es in Deutschland keine Klarheit, wie man mit der Bedrohung stringent umgehen sollte. Die Leipziger Buchmesse etwa war abgesagt worden, doch der Fu\u00dfballverein der Stadt spielte noch Tage sp\u00e4ter vor Publikum in der Champions League gegen Tottenham.<\/p>\n<p>Auch im beschaulichen S\u00fcdostoberbayern war die Welt zu jenem Zeitpunkt l\u00e4ngst nicht mehr in Ordnung. Veranstalter sagten Info-Nachmittage und selbst ein kleineres Konzert mit Musik der Renaissance vorsichtshalber ab. Andere strichen Job- oder Wirtschaftsmessen - trotz enormer Kosten. Doch ein Starkbierfest absagen? Das hat schlie\u00dflich Tradition. Bereits am Abend der Er\u00f6ffnung am 6. M\u00e4rz kochte die Stimmung in der Halle hoch, ein &quot;Stage Diver&quot; sprang in die Menschentraube vor der B\u00fchne. &quot;Vollgas! Was f\u00fcr eine Party&quot;, schrieb eine Band und freute sich \u00fcber ihren Auftritt vor 1500 Zuschauern am Freitagabend.<\/p>\n<p>Nach drei Tagen wurde das Starkbierfest dann doch abgebrochen \u2013 wegen der Corona-Pandemie. Drei Tage zu sp\u00e4t? Manche in der Region vermuten seit Wochen, dass die Treue zum Starkbier fatale Folgen f\u00fcr Rosenheim und das Umland hatte. Trug das Starkbierfest dazu bei, Rosenheim in einen der gr\u00f6\u00dften Corona-Hotspots der Republik zu verwandeln?<\/p>\n<p>Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) werfen jedenfalls Fragen auf: Sowohl die Stadt als auch als der Landkreis Rosenheim geh\u00f6ren den RKI-Zahlen zufolge zu den zehn kreisfreien St\u00e4dten und Landkreisen mit den pro Kopf bundesweit meisten gemeldeten Corona-Infizierten.<\/p>\n<p>Vor dem Landkreis Rosenheim liegen in dem traurigen Ranking deutschlandweit nur drei andere bayerische Regionen. In allen drei haben nach Angaben von Beh\u00f6rden oder Virologen ein oder mitunter mehrere Starkbierfeste mutma\u00dflich eine wichtige Rolle gespielt, dass die Seuche dort so massiv um sich greifen konnte.<\/p>\n<p>Auch darin k\u00f6nnte eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die besondere Betroffenheit Bayerns liegen: Acht von zehn Landkreisen und kreisfreien St\u00e4dten mit den bundesweit pro Kopf h\u00f6chsten Covid-19-Infektionszahlen sind im Freistaat. In allen acht fanden nach Recherchen des SPIEGEL noch im M\u00e4rz Starkbierfeste statt \u2013 teils auch sehr gro\u00dfe. Alle diese Landkreise liegen in Ostbayern.<\/p>\n<p>Im Rosenheimer Landratsamt, wo das f\u00fcr die Region zust\u00e4ndige Gesundheitsamt sitzt, schlie\u00dft man einen Zusammenhang f\u00fcr die eigene Region nicht aus. Doch man k\u00f6nne &quot;die hohen Fallzahlen nicht nur an einer Veranstaltung oder einem Ereignis festmachen&quot;. So seien die ersten positiv auf Covid-19 Getesteten beim Skifahren in S\u00fcdtirol und dort wohl auch bei Apr\u00e9s-Ski-Feiern gewesen.  <\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist: Etwa zehn bis zw\u00f6lf Tage nach Abbruch des Starkbierfests am 8. M\u00e4rz schnellten die Zahlen der gemeldeten Corona-Infizierten im Landkreis in die H\u00f6he. &quot;Es liege in der Natur einer Pandemie, dass zun\u00e4chst f\u00fcr eine relativ lange Zeit die Fallzahlen auf niedrigem Niveau verharrten, hei\u00dft es dazu beim Gesundheitsamt. &quot;Hierzu beigetragen hat auch, dass man bereits zwei Tage vor Symptombeginn ansteckend ist&quot;, sagte ein Sprecher. Man wolle aber \u00fcber die Ursache nicht &quot;spekulieren&quot;. Ein Sprecher der Stadt Rosenheim spricht ebenfalls von &quot;Spekulationen&quot;. Er f\u00fchrt als m\u00f6gliche Ursache Skiurlaube aus der Region in Tirol und S\u00fcdtirol an.<\/p>\n<h3>Viele Todesf\u00e4lle in Rosenheim<\/h3>\n<p>Doch das eine schlie\u00dft das andere nicht aus. Beim RKI hei\u00dft es auf Anfrage: Die Zahl derjenigen, die sich in Deutschland im M\u00e4rz angesteckt haben, sei vermutlich deshalb so hoch gewesen, &quot;weil es einerseits Ereignisse mit vielen \u00dcbertragungen gab wie zum Beispiel Karneval, Starkbierfeste und andere Veranstaltungen und gleichzeitig viele infizierte Ski-R\u00fcckkehrer aus Italien und \u00d6sterreich&quot;.<\/p>\n<p>Das Gesundheitsamt Rosenheim r\u00e4umt ein, dass man nicht alle Infektionsketten in der Region nachvollziehen k\u00f6nne. Eine m\u00f6gliche Ursache f\u00fcr die hohen Fallzahlen sieht das Amt auch darin, dass in der Region viel getestet werde. Doch dies erkl\u00e4rt nicht die hohen Todeszahlen, die in Rosenheim vorliegen: Bis Dienstagmorgen waren 90 Todesf\u00e4lle nach Corona-Infektionen registriert \u2013 im sechsmal so viele Einwohner z\u00e4hlenden und rund 50 Kilometer entfernten M\u00fcnchen waren es zu diesem Zeitpunkt 75.<\/p>\n<p>Fakt ist: Auch in anderen bayerischen Regionen, in denen es gro\u00dfe Starkbierfeste gab, sind die offiziellen Infizierten- und zum Gro\u00dfteil auch die Opferzahlen hoch. Besonders betroffen sind mehrere Kreise in der Oberpfalz. Und auf die Bev\u00f6lkerungszahl gerechnet gibt es dem Landesamt f\u00fcr Gesundheit zufolge nirgendwo in Bayern so viele Erkrankte wie in diesem an der Grenze Tschechiens gelegenen Regierungsbezirk. Dort wurden noch Anfang M\u00e4rz \u00fcber ein Dutzend Starkbierfeste gefeiert \u2013 viele zwischen dem 6. und 8. M\u00e4rz.<\/p>\n<h3>Welche Rolle spielt die N\u00e4he zu \u00d6sterreich und Italien?<\/h3>\n<p>So recht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen sich die meisten betroffenen acht bayerischen Landkreise und St\u00e4dte die extrem hohen Infizierten-Zahlen auf Anfrage nicht. Manche sehen ein oder mehrere Starkbierfeste als Teil- oder sogar als eine Hauptursache. Keine der befragten Beh\u00f6rden in den acht Landkreisen und St\u00e4dten schlie\u00dft einen Zusammenhang aus.<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der (CSU) sagte vor nicht einmal zwei Wochen der Nachrichtenagentur dpa, es sei der N\u00e4he zu \u00d6sterreich und Italien geschuldet, dass in Bayern die Zahl von nachgewiesenen Infektionen und Toten h\u00f6her sei als in allen anderen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Grenzn\u00e4he ist zweifelsohne eine wichtige Ursache. Doch wie passt dazu, dass die acht bayerischen Landkreise und St\u00e4dte unter den Top 10 alle in Ostbayern liegen? Selbst Skifahrerhochburgen nahe \u00d6sterreich verzeichnen nicht im Ansatz so hohe Corona-bedingte Todesf\u00e4lle wie diverse Regionen in Niederbayern oder der Oberpfalz.<\/p>\n<p>Im Landkreis Neustadt an der Waldnaab gab es eine Vielzahl von Starkbierfesten. Redner gaben Witze zum besten, wie etwa, dass bei den Festbesuchern der Bierdurst wohl gr\u00f6\u00dfer gewesen sei als die Angst vor dem Husten. Das Landratsamt in Neustadt sieht neben vielen Pendlern, Skiurlaubern in Tirol und S\u00fcdtirol Starkbierfeste als eine m\u00f6gliche Ursache f\u00fcr die Verbreitung. Ebenso eine Rolle k\u00f6nne die Nachbarschaft zu Tirschenreuth spielen - in dem Landkreis gilt ein gro\u00dfes Starkbierfest in Mitterteich als Hauptursache f\u00fcr die enorme Zahl an Erkrankten.<\/p>\n<p>Professor Michael Hoelscher, Leiter der Abteilung f\u00fcr Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Uni M\u00fcnchen, erl\u00e4uterte bereits vor etwas mehr als zwei Wochen bei einer Pressekonferenz: In Heinsberg oder auch Tirschenreuth sei es aufgrund einzelner Ereignisse &quot;wie zum Beispiel dem Starkbierfest zu massiven Corona-Ausbr\u00fcchen&quot; gekommen.<\/p>\n<p>Auch eine Sprecherin des Landratsamts Wunsiedel sagt: &quot;Manche Menschen aus dem Landkreis Wunsiedel, die sp\u00e4ter an Covid-19 erkrankten, waren zuvor beim Starkbierfest in Mitterteich. Sie infizierten sich dort.&quot; Aber das Fest im Nachbarlandkreis sei nicht alleinverantwortlich f\u00fcr die hohe Zahl an Erkrankten. \u00dcber 30 Menschen starben im Kreis Wunsiedel bereits, pro Kopf gibt es dort so viele Infizierte wie nirgends in Deutschland \u2013 abgesehen von Tirschenreuth selbst. <\/p>\n<h3>&quot;Die Schleuder f\u00fcr Viren&quot;<\/h3>\n<p>Solche Feste seien absolute Risikoveranstaltungen, sagt der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasi dem SPIEGEL. Das zeigten alle Daten. &quot;Es ist deshalb absolut plausibel, dass die hohen Zahlen in Regionen mit solchen Veranstaltungen auch mit \u00f6rtlichen Starkbierfesten zusammenh\u00e4ngen.&quot; Vergangene Woche sagte Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der vor laufender Kamera: &quot;Jeder wei\u00df, dass der Apr\u00e8s-Ski in Ischgl, der Karneval in Heinsberg oder die Starkbierfeste, auch bei uns in Tirschenreuth, die Schleuder f\u00fcr Viren waren.&quot; <\/p>\n<p>In Tirschenreuth kam das nicht gut an. Landkreis und Stadt sehen das Fest von Mitterteich keinesfalls als alleinige Ursache f\u00fcr die extrem hohen Fallzahlen. H\u00e4tten sie gewarnt sein m\u00fcssen? Viele Medien hatten bereits Anfang M\u00e4rz \u00fcber den Karneval als Virenschleuder von Heinsberg berichtet. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) diskutierte in der &quot;heute&quot;-Sendung vom 2. M\u00e4rz mit Moderatorin Marietta Slomka dar\u00fcber, ob bereits im Februar Karneval h\u00e4tte abgesagt werden m\u00fcssen. Die Moderatorin kritisierte, dass es zu diesem Zeitpunkt lokalen Beh\u00f6rden \u00fcberlassen blieb, \u00fcber Verbote zu entscheiden. Doch der Bund und S\u00f6ders Bayern, das wegen seiner harten Linie von der eigenen Bev\u00f6lkerung viel Lob bekam, unternahmen damals zun\u00e4chst nichts gegen Gro\u00dfveranstaltungen oder Volksfeste. <\/p>\n<p>Die \u00f6rtliche Burschenschaft in Mitterteich, die das Starkbierfest veranstaltete, verlie\u00df sich eigenen Angaben zufolge denn auch auf die staatlichen Einsch\u00e4tzungen. Das Gesundheitsamt des Landkreises habe &quot;absolut gr\u00fcnes Licht gegeben&quot;, sagt ein Sprecher der Burschenschaft. &quot;Die Gefahr f\u00fcr den Landkreis wurde dort als sehr gering eingesch\u00e4tzt&quot;. Dem Mann ist am Telefon anzuh\u00f6ren, dass er sich Vorw\u00fcrfe macht. &quot;Ich bin KfZ-Mechaniker - kein Mediziner oder gar Virologe.&quot;<\/p>\n<h3>&quot;Massen-Schluckimpfung&quot;<\/h3>\n<p>Man habe im Vorfeld nicht nachgedacht. Den Facebook-Post der Brauerei, die das Bier lieferte und ihren Gerstensaft bei Facebook als &quot;ultimativen Schutz&quot; gegen Corona anpries und zur &quot;Massen-Schluckimpfung&quot; einlud, habe man achtlos geteilt. Der Burschenschaftssprecher sagt zwar, dass weniger als die 1200 Menschen, von denen Zeitungen schrieben, zu dem Fest gekommen seien. Aber r\u00fcckwirkend h\u00e4tte man nat\u00fcrlich lieber abgesagt. Auch eine Sprecherin der Brauerei sagt, man habe die Situation damals falsch eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Seit 125 Jahren h\u00e4lt die Burschenschaft die bayerischen Br\u00e4uche hoch \u2013 organisiert etwa Umz\u00fcge in festlicher Tracht, Nikolausbesuche oder Ostereierbemalen f\u00fcr Kinder. Immer wieder spendet der Verein Geld \u2013 etwa f\u00fcr die Jugendarbeit. &quot;Wir machen das alles ehrenamtlich. Nat\u00fcrlich brauchen wir Einnahmen, deshalb macht man solche Feste&quot;, sagt der Sprecher. Bei einer Absage w\u00e4re die Burschenschaft auf enormen Kosten sitzen geblieben, sagt er. <\/p>\n<p>Markus S\u00f6der und die Staatsregierung waren zuletzt gefeiert worden f\u00fcr ihr Krisenmanagement. Gr\u00fcnen-Fraktionschef Ludwig Hartmann \u00fcbt nun jedoch massive Kritik: &quot;Die S\u00f6der-Regierung h\u00e4tte die Starkbierfeste fr\u00fcher schlie\u00dfen m\u00fcssen. Das war grob fahrl\u00e4ssig!&quot; Es handle sich um eine Tr\u00f6pfcheninfektion. Verbote h\u00e4tte man nicht allein den Kommunen \u00fcberlassen d\u00fcrfen. Nat\u00fcrlich sei nach Heinsberg klar gewesen, &quot;welche fatalen Auswirkungen Massenveranstaltungen mit Alkohol haben k\u00f6nnen.&quot; Hartmann vermutet: &quot;Die CSU wollte sich nicht unbeliebt machen. Gerade ihre Leute haben ja die Starkbierfeste f\u00fcr den Wahlkampf benutzt.&quot;  <\/p>\n<p>Bei vielen Starkbierfesten waren im laufenden Kommunalwahlkampf Parteien die Veranstalter - die bei weitem meisten gingen auf das Konto der CSU, manche aber etwa auch auf das der SPD, Freien W\u00e4hler oder der AfD. Bei einem Starkbierfest im Landkreis Alt\u00f6tting waren die Christsozialen Veranstalter. &quot;In M\u00fcnchen steht ein Hofbr\u00e4uhaus. Oans, zwoa, gsuffa&quot;, sang man dort am 7. M\u00e4rz in die Kamera eines Fernsehteams. Man habe ein gutes Immunsystem, sagte ein Besucher. Und f\u00fcr Bundesinnenstaatssekret\u00e4r Stefan Mayer (CSU) war damals noch klar: &quot;Ziel muss es sein, dass Veranstaltungen wie hier ein \u00f6rtliches Starkbierfest mit 100 oder 200 oder 300 Personen auch weiter stattfinden kann.&quot; Eine Absage habe damals nicht zur Debatte gestanden, sagte der Alt\u00f6ttiger CSU-Landrat Erwin Schneider r\u00fcckblickend dem &quot;BR&quot;: Auch die Schule sei noch eine Woche weitergegangen.<\/p>\n<p>Der SPIEGEL fragte Ende vergangener Woche bei der Staatskanzlei sowie beim ebenfalls CSU-gef\u00fchrten Gesundheitsministerium nach, ob der Wahlkampf ein Grund f\u00fcr das nicht fr\u00fcher auf Landesebene erfolgte Verbot solcher Feste war und ob der Freistaat zumindest Gro\u00dfveranstaltungen mit Alkoholgenuss h\u00e4tte fr\u00fcher verbieten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Am Samstag antwortete das Bayerische Landesamt f\u00fcr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Die Kritik, der Freistaat Bayern habe zu z\u00f6gerlich gehandelt, sei &quot;nicht nachvollziehbar&quot;. Man habe &quot;vielmehr stets konsequent und unmittelbar Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung des Corona-Ausbruchsgeschehens ergriffen und geh\u00f6rte dabei zu den Vorreitern in Deutschland&quot;. Die Beh\u00f6rde verweist darauf, dass der Freistaat am 11. M\u00e4rz Gro\u00dfveranstaltungen ab 1000 Teilnehmern per Allgemeinverf\u00fcgung verboten hat \u2013 kleinere Feste blieben zun\u00e4chst jedoch noch zul\u00e4ssig. <\/p>\n<p>Zudem sagte der Sprecher: &quot;Gro\u00dfen Einfluss auf die bayerischen Fallzahlen d\u00fcrfte prim\u00e4r die N\u00e4he zu L\u00e4ndern wie \u00d6sterreich und Italien und die dadurch hohe Zahl der Reiser\u00fcckkehrer haben, insbesondere Skiurlauber aus den Faschingsferien.&quot; Doch auch Gro\u00dfveranstaltungen seien geeignet, &quot;zur weiteren Ausbreitung des Infektionsgeschehens beizutragen&quot;. <\/p>\n<p>F\u00fcr Bayerns Linken-Chef Ates G\u00fcrpinar ist klar: &quot;Der Ministerpr\u00e4sident zauderte bis zur Wahl und lie\u00df im Wahlkampf der CSU Starkbierfeste feiern.&quot; S\u00f6ders Haus schwieg auf Anfrage. Am Dienstag sagte er dann bei einer Pressekonferenz zur Absage des Oktoberfests: &quot;Ein Bierzelt lebt von der N\u00e4he, davon, keinen Abstand zu halten.&quot; Er f\u00fcgte hinzu: &quot;Wir haben erlebt, dass der Apres-Ski in Ischgl, verschiedene Starkbierfeste beispielsweise oder auch Karnevalsveranstaltungen leider Viren-Drehscheiben waren.&quot; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Acht der zehn Landkreise mit den meisten Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner liegen in Bayern. Entscheidend daf\u00fcr waren wohl auch Starkbierfeste. Hat Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der nicht z\u00fcgig genug reagiert? 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