{"id":204039,"date":"2020-04-21T13:41:55","date_gmt":"2020-04-21T13:41:55","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/klima-deutschland-steuert-auf-die-nachste-durre-zu\/"},"modified":"2020-04-21T13:41:55","modified_gmt":"2020-04-21T13:41:55","slug":"klima-deutschland-steuert-auf-die-nachste-durre-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/klima-deutschland-steuert-auf-die-nachste-durre-zu\/","title":{"rendered":"Klima: Deutschland steuert auf die n\u00e4chste D\u00fcrre zu"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Viele B\u00f6den sind staubtrocken, nur f\u00fcnf Prozent der \u00fcblichen Regenmenge sind im April gefallen. Die aktuelle Wetterlage erinnert an die des fatalen D\u00fcrresommers 2018. Wie geht es weiter?  <\/p>\n<p>Es gibt ein weltbekanntes Bild des venezianischen Malers Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, das die Stadtsilhouette von Dresden zeigt: Die im Bau befindliche Hofkirche ist darauf zu sehen, das Schloss, die Frauenkirche ebenso, vor allem aber die Elbe, die tr\u00e4ge unter der Augustusbr\u00fccke hindurchflie\u00dft.<\/p>\n<p>Aktuell ist der Fluss dort ziemlich schmal geworden, das zeigen Bilder einer nahen Webcam. Auf der Neust\u00e4dter Seite ragt ein breiter, trocken gefallener Streifen in die Elbe hinein. Der Pegel lag am Dienstag bei nur noch 95 Zentimetern. Das ist noch nicht einmal die H\u00e4lfte des jahreszeitlich \u00fcblichen Mittelwertes von 2,1 Metern. In den kommenden Tagen, so aktuelle Prognosen, k\u00f6nnte der Wasserstand in Dresden sogar auf 87 Zentimeter oder weniger abfallen.<\/p>\n<h3>&quot;Wir brauchen dringend einen warmen Landregen&quot;<\/h3>\n<p>Es ist ein symbolisches Bild: An vielen Orten des Landes hat es bereits seit Langem nicht mehr ernsthaft geregnet. F\u00fcr die Wetterstation am Flughafen Dresden hei\u00dft das zum Beispiel: Im April fielen bisher nur 1,5 Liter pro Quadratmeter. Das sind genau vier Prozent des langj\u00e4hrigen Mittels. In ganz Deutschland macht der Regenmangel inzwischen Bauern und G\u00e4rtnern zu schaffen. &quot;Unsere B\u00f6den, egal ob Acker oder Gr\u00fcnland, sind oberfl\u00e4chlich ausgetrocknet. Wir brauchen dringend einen warmen Landregen&quot;, klagt Bauernverbands-Chef Joachim Rukwied in der &quot;Bild&quot;.<\/p>\n<p>Ihre Kulturen zu bew\u00e4ssern, f\u00fcr manche G\u00e4rtner mag das eine Option sein, um \u00dcberleben und Wachstum ihrer Pflanzen zu sichern. Doch nur f\u00fcr die wenigsten Bauern kommt das infrage. Zum einen m\u00fcssen daf\u00fcr erst einmal die entsprechenden Anlagen vorhanden sein, zum anderen ist die Sache schlicht zu teuer. Wer Kartoffeln anbaut, Obst und Gem\u00fcse, der kann vielleicht in Trockenzeiten \u00fcber eine Beregnung nachdenken, f\u00fcr Getreide oder Raps w\u00fcrde sich das wegen der niedrigen Marktpreise nicht lohnen.<\/p>\n<p>Das Jahr 2020 war bisher zu hei\u00df und zuletzt auch viel zu trocken: Die Monate Januar bis M\u00e4rz seien in Europa das w\u00e4rmste erste Quartal seit 100 Jahren gewesen, hei\u00dft es beim Deutschen Wetterdienst, noch ein halbes Grad w\u00e4rmer als das bisherige Rekordjahr 1990. Betrachtete man nur die Temperaturen f\u00fcr Deutschland allein, bleibt immer noch der dritth\u00f6chste Durchschnittswert seit 1881.<\/p>\n<p>Und dann der fehlende Regen: &quot;Wir haben seit Mitte M\u00e4rz in gro\u00dfen Teilen Deutschlands kaum Niederschlag gehabt&quot;, sagt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. Im April seien landesweit bisher nur rund f\u00fcnf Prozent der \u00fcblichen Regenmenge gefallen. Weil au\u00dferdem teils starker Wind geherrscht habe, seien vor allem leichte, sandige B\u00f6den und die obersten 20 Zentimeter des Untergrundes ausgetrocknet.<\/p>\n<h3>Zumindest der Winter war vergleichsweise feucht<\/h3>\n<p>W\u00e4rme, Trockenheit, Wind: Vielerorts droht damit bereits das dritte regenarme Fr\u00fchjahr in Folge. Die Waldbrandgefahr ist bereits in einigen Teilen des Landes extrem hoch. Der entsprechende Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes betrachtet unter anderem Lufttemperatur, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsmenge. Vor allem in Brandenburg und Sachsen-Anhalt liegt der Wert derzeit bei f\u00fcnf. Schlechter geht nicht.<\/p>\n<p>Immerhin einige Unterschiede zum vergangenen Jahr gibt es derzeit: Die Talsperren sind vielerorts noch voller als etwa 2019. Und zumindest ab etwa 60 Zentimeter Bodentiefe, sagen die Meteorologen, sehe es auch im Boden noch etwas besser aus. &quot;Da haben wir Gl\u00fcck, dass der Winter in diesem Jahr feuchter war als normal, vor allem der Februar&quot;, sagt der DWD-Meteorologe Friedrich. Dadurch habe es im Vergleich zum vergangenen Jahr einen besseren Startpunkt gegeben. &quot;Bis auf wenige Regionen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Th\u00fcringen ist die Lage in den tieferen Bodenschichten noch entspannt&quot;, so Friedrich.<\/p>\n<h3>R\u00fcckgang der Flugbewegungen hat nichts mit dem Regenmangel zu tun<\/h3>\n<p>Eine Frage, die dieser Tage insbesondere in den sozialen Medien immer wieder einmal auftaucht: Hat der aktuelle Regenmangel wom\u00f6glich auch mit der stark gesunkenen Zahl an Jets zu tun, die in Zeiten der Coronakrise am Himmel \u00fcber Deutschland unterwegs sind? Immerhin bilden sich so weniger Kondensstreifen am Himmel als sonst.<\/p>\n<p>Wie massiv der R\u00fcckgang der Flugbewegungen ist, belegen aktuelle Zahlen von Eurocontrol. So habe es am Sonntag nur 883 Fl\u00fcge im deutschen Luftraum gegeben \u2013 89 Prozent weniger als am selben Tag im Jahr zuvor - und dass, obwohl damals Ostern war.<\/p>\n<p>Doch Meteorologe Friedrich winkt ab: Zwischen der Zahl der Flugzeuge und den fehlenden Wolken gebe es keinen Zusammenhang. Au\u00dferdem seien die Luftmassen in der Reiseflugh\u00f6he derzeit ohnehin so trocken, dass sich keine lang anhaltenden Kondensstreifen bilden w\u00fcrden.<\/p>\n<h3>Ein Omega im Himmel<\/h3>\n<p>Schuld am Regenmangel ist stattdessen eine atmosph\u00e4rische Konstellation, die auch w\u00e4hrend des Hitzesommers 2018 herrschte. Die Wetterexperten bezeichnen sie als Omegalage. Das bedeutet, dass ein im Uhrzeigersinn rotierendes Hochdruckgebiet das Wetter \u00fcber Europa bestimmt. An seinen \u00f6stlichen und westlichen Seiten drehen sich wiederum zwei Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn.<\/p>\n<p>Die Wettersysteme greifen ineinander wie die Zahnr\u00e4der eines Getriebes \u2013 und sie fixieren einander, sodass Hoch- und Tiefdruckgebiete nicht wie sonst \u00fcblich schnell weiterziehen. Regen wird daher dauerhaft um Kontinentaleuropa, aber auch die britischen Inseln herumgeleitet. Der Str\u00f6mungsverlauf erinnert an den griechischen Buchstaben Omega, daher der Name.<\/p>\n<p>Schuld an der Stabilit\u00e4t dieser Wetterlage k\u00f6nnten nach Ansicht von manchen Klimaforschern Ver\u00e4nderungen im Bereich des sogenannten Jetstreams sein. Dieser starke Wind in etwa zehn Kilometern H\u00f6he weht auf der Nordhalbkugel von West nach Ost, teils mit bis zu 500 Kilometern in der Stunde.<\/p>\n<p>Normalerweise flattert der Jetstream wie ein Band durch die Atmosph\u00e4re. Doch k\u00f6nnten die einzelnen Wellen dieses Windbands wom\u00f6glich als Folge des Klimawandels h\u00e4ufiger an einem Ort stehen bleiben, anstatt weiter um die Erde zu wandern. In solchen F\u00e4llen w\u00fcrde weniger Abwechslung beim Wetter herrschen, Extremlagen \u2013 D\u00fcrren an manchen Orten, \u00dcberschwemmungen an anderen Stellen \u2013 w\u00fcrden h\u00e4ufiger auftreten. Einige Studien deuten darauf hin, komplett gekl\u00e4rt ist die Frage aber nicht.<\/p>\n<h3>&quot;Bis mindestens Freitag bleibt es knochentrocken&quot;<\/h3>\n<p>Setzt sich die aktuelle Wetterlage fort, droht eine ernsthafte D\u00fcrre. F\u00fcr die kommenden Tage machen die Meteorologen auf jeden Fall erst einmal keine Hoffnung auf Regen. &quot;Bis mindestens Freitag bleibt es knochentrocken&quot;, sagt DWD-Mitarbeiter Friedrich. Doch wie geht es danach weiter? Regenvorhersagen auf l\u00e4ngeren Zeitskalen seien &quot;unglaublich unsicher&quot;, sagt der Meteorologe Florian Pappenberger vom Europ\u00e4ischen Zentrum f\u00fcr mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) im britischen Reading.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele B\u00f6den sind staubtrocken, nur f\u00fcnf Prozent der \u00fcblichen Regenmenge sind im April gefallen. Die aktuelle Wetterlage erinnert an die des fatalen D\u00fcrresommers 2018. Wie geht es weiter? 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