{"id":203917,"date":"2020-04-20T20:02:03","date_gmt":"2020-04-20T20:02:03","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-virus-wann-konnen-schulen-und-kindergarten-wieder-offnen\/"},"modified":"2020-04-20T20:02:03","modified_gmt":"2020-04-20T20:02:03","slug":"corona-virus-wann-konnen-schulen-und-kindergarten-wieder-offnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-virus-wann-konnen-schulen-und-kindergarten-wieder-offnen\/","title":{"rendered":"Corona-Virus: Wann k\u00f6nnen Schulen und Kinderg\u00e4rten wieder \u00f6ffnen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Viele Eltern fordern, Kitas und Schulen schnell zu \u00f6ffnen. Dabei ist bislang wenig erforscht, welche Rolle Kinder bei der Ausbreitung der Pandemie spielen. Die wichtigsten Erkenntnisse im \u00dcberblick.  <\/p>\n<p>&quot;7 Tage die Woche, 24 Stunden quasi auf Abruf stehen - wie soll das gehen?&quot; Selten erreichten den SPIEGEL so emotionale Leserbriefe wie nach dem Vorschlag der Wissenschaftsakademie Leopoldina, Kinderg\u00e4rten bis zum Beginn der Sommerferien zu schlie\u00dfen. &quot;Bis September Homeoffice mit zwei kleinen Kindern?&quot;, fragt eine Leserin. &quot;Psychisch und physisch nicht zu meistern.&quot;<\/p>\n<p>Und nicht nur Eltern leiden: Kinder k\u00f6nnen ihre Freunde nicht sehen, verpassen Schulstoff, einige m\u00fcssen mit der ganzen Familie in beengten Wohnungen ausharren. Seit die Beschr\u00e4nkungen zur Eind\u00e4mmung des Coronavirus etwas gelockert wurden, h\u00e4ufen sich Forderungen nach der Wiederer\u00f6ffnung von Kitas. <strong>Doch die Entscheidung w\u00e4re eine riskante Rechnung mit drei entscheidenden Unbekannten.<\/strong><\/p>\n<h3>Unbekannte 1: Wie ungef\u00e4hrlich ist Corona f\u00fcr Kinder wirklich?<\/h3>\n<p>Das Hauptargument f\u00fcr eine Wiederer\u00f6ffnung: F\u00fcr Kinder ist Covid-19 kein Problem. Tats\u00e4chlich zeigen Studien, dass sie sich wahrscheinlich \u00e4hnlich h\u00e4ufig anstecken wie Erwachsene, aber nicht krank werden. Das hei\u00dft jedoch nicht, dass eine Erkrankung f\u00fcr Kinder g\u00e4nzlich ungef\u00e4hrlich ist.<\/p>\n<p>In Deutschland wurden in den vergangenen f\u00fcnf Wochen mindestens hundert Kinder im Krankenhaus behandelt, die positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Das zeigt ein vor Kurzem eingerichtetes Online-Meldesystem der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr P\u00e4diatrische Infektiologie (DGPI). Die gut 350 Kinderkliniken in Deutschland sind jedoch nicht verpflichtet, Corona-F\u00e4lle an das Register zu melden. Die wahre Zahl d\u00fcrfte deshalb h\u00f6her liegen.<\/p>\n<p>Laut Robert Koch-Institut (RKI) haben sich nachweislich 3904 Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren mit dem Coronavirus infiziert. Das entspricht etwa drei Prozent aller bekannter F\u00e4lle. Wie viele davon schwer erkrankten, geht aus der Statistik nicht hervor.<\/p>\n<p>Das DGPI-Register ist deshalb eine der umfangreichsten Erhebungen zu Corona-Infektionen bei Kindern in Deutschland. Die wichtigsten Ergebnisse:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Vor allem Neugeborene sind betroffen<\/strong>. 14 Prozent der positiv auf das Coronavirus getesteten Kinder waren h\u00f6chstens vier Wochen alt. Ob sie auch die schwersten Symptome entwickeln oder vorsorglich station\u00e4r behandelt werden, ist unklar. Doch auch bei dokumentierten Corona-Infektionen bei Kindern in China waren vor allem S\u00e4uglinge betroffen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Elf Prozent der Kinder mussten intensivmedizinisch behandelt werden.<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Ein Kind, das positiv getestet wurde, ist gestorben.<\/strong> Zum Alter und m\u00f6glichen Vorerkrankungen ist jedoch nichts bekannt. Die DGPI teilte auf SPIEGEL-Anfrage mit, keine Angaben dazu machen zu wollen, um die Identit\u00e4t des Kindes und seiner Familie zu sch\u00fctzen. In der aktuellen Statistik des Robert Koch-Institut taucht das Kind nicht gesondert auf. Dort werden alle Todesf\u00e4lle zusammen erfasst, die Menschen unter 60 Jahren betreffen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Kinder entwickelten h\u00e4ufiger eine Infektion der oberen Atemwege<\/strong>. Lungenentz\u00fcndungen waren im Vergleich zu erwachsenen Covid-19-Patienten selten. Zu den <strong>h\u00e4ufigsten Symptomen geh\u00f6rten au\u00dferdem Fieber, Bronchitis und Durchfall oder Erbrechen<\/strong>. Nur bei drei Kindern kam es zu einem akuten Lungenversagen. Zudem hatte jedes vierte Kind auf der Intensivstation eine Vorerkrankung.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Daten zeigen, dass eine Corona-Infektion bei Kindern meistens harmlos verl\u00e4uft, aber eben nicht immer.<\/p>\n<h3>Unbekannte 2: Wie viele Kinder sind schon immun?<\/h3>\n<p>Laut einer aktuellen Analyse haben sich in den USA deutlich mehr Kinder mit dem Coronavirus infiziert als gedacht. Demnach k\u00f6nnten sich allein zwischen Mitte M\u00e4rz und Anfang April mehr als 176.000 Kinder angesteckt haben.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Analyse hatten Forscher der University of Florida abgesch\u00e4tzt, wie viele milde F\u00e4lle es im Verh\u00e4ltnis zu dokumentierten schweren Erkrankungen geben m\u00fcsste. Sie gehen davon aus, dass nur 0,04 Prozent der tats\u00e4chlich infizierten Kinder ernsthaft krank werden. Das w\u00fcrde bedeuten, dass auf jedes Kind, das intensivmedizinisch betreut wird, 2381 weitere kommen m\u00fcssten, die sich mit dem Virus angesteckt haben.<\/p>\n<p>In Deutschland mussten laut dem DGPI Register elf Kinder mit Corona auf die Intensivstation. Nach der Rechnung der US-Forscher m\u00fcssten sich also mindestens 26.000 Kinder in Deutschland bereits mit dem Coronavirus angesteckt haben, um die schweren Verl\u00e4ufe zu erkl\u00e4ren \u2013 sechsmal mehr als in der Statistik des RKI auftauchen. Gemessen an den etwa 3,5 Millionen Kitakindern w\u00e4ren es dennoch wenig.<\/p>\n<p>Und: Im Moment kann niemand mit Sicherheit sagen, wie viele Kinder sich tats\u00e4chlich angesteckt haben. Die vom RKI angek\u00fcndigten Tests auf Antik\u00f6rper, die eine \u00fcberstandene Infektion zuverl\u00e4ssig anzeigen, k\u00f6nnten die Zahl um ein Vielfaches nach oben oder unten korrigieren. Die ersten Ergebnisse werden im Mai erwartet.<\/p>\n<h3>Unbekannte 3: Wie ansteckend sind Kinder?<\/h3>\n<p><strong>Experten sind sich einig, dass die Betreuung durch die Gro\u00dfeltern die denkbar schlechteste Alternative zur Kita-Betreuung ist<\/strong>, da gerade \u00e4ltere Menschen oft schwer an Covid-19 erkranken. Doch sind Kinder tats\u00e4chlich Corona-Schleudern? Das ist bislang nicht belegt.<\/p>\n<p>Die ersten positiv getesteten Kinder in Deutschland hatten keine Symptome. Bei ihnen konnte das Virus nur \u00fcber vergleichsweise kurze Zeit in den Atemwegen nachgewiesen werden. Danach konnten sie wahrscheinlich niemanden mehr durch Husten, Niesen oder Sprechen anstecken.<\/p>\n<p>Allerdings schieden die Kinder bis zu sechs Wochen lang Virenbruchst\u00fccke \u00fcber ihren Stuhl aus, deutlich l\u00e4nger als Erwachsene. Die nachgewiesenen Viren lie\u00dfen sich im Labor jedoch nicht vermehren. Das spricht daf\u00fcr, dass die Kinder nicht infekti\u00f6s waren. In Frankreich steckte ein positiv getestetes neunj\u00e4hriges Kind in Frankreich offenbar niemanden mit dem Coronavirus an. Tests auf das Coronavirus bei allen 172 Kontaktpersonen des Kindes fielen negativ aus, selbst bei den Geschwistern des Kindes.<\/p>\n<p>Von anderen Infektionskrankheiten ist allerdings bekannt: Kinder treiben Ansteckungswellen an. Das RKI h\u00e4lt es f\u00fcr plausibel, dass sie auch bei der Corona-Pandemie eine Rolle spielen. Schlie\u00dflich ist das Virus leicht \u00fcbertragbar, selbst wenn noch keine Symptome auftreten. Und Kinder buddeln Seite an Seite im Sandkasten, trinken aus einer Flasche, die Nies- und Husten-Etikette beherrschen wohl nur die wenigsten.<\/p>\n<p>Das RKI empfiehlt deshalb auch f\u00fcr Kinder:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen halten<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> Treffen von maximal zwei Personen<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> Kinder, die keinen Abstand halten k\u00f6nnen, sollten zu Hause bleiben \u2013 ebenso kranke Kinder<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> Die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken, ist drinnen h\u00f6her als drau\u00dfen<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Doch selbst wenn Kinder sich selbst und andere anstecken k\u00f6nnen: Geht von ihnen eine gr\u00f6\u00dfere Gefahr aus als von Friseursalons und L\u00e4den bis 800 Quadratmetern, die nun wieder \u00f6ffnen d\u00fcrfen?<\/p>\n<p>Daten aus Island legen nahe, dass Kitas keine Treiber der Pandemie sind. Dort sind zwar Versammlungen mit mehr als 20 Menschen verboten, Schulen und Kinderg\u00e4rten blieben aber weitgehend ge\u00f6ffnet. Trotzdem gibt es bisher nur wenig bekannte Infektionen.<\/p>\n<p>In einer aktuellen Untersuchung waren 13.000 Isl\u00e4nder auf eine aktive Infektion mit dem Coronavirus getestet worden, unabh\u00e4ngig von Symptomen. Ergebnis: 0,6 Prozent der Frauen und 0,9 Prozent der M\u00e4nner trugen das Virus in sich. Aber kein Kind unter zehn Jahren, bei Kindern ab zehn Jahren lag der Wert bei 0,8 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Eltern fordern, Kitas und Schulen schnell zu \u00f6ffnen. Dabei ist bislang wenig erforscht, welche Rolle Kinder bei der Ausbreitung der Pandemie spielen. 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