{"id":203895,"date":"2020-04-20T16:41:55","date_gmt":"2020-04-20T16:41:55","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-krise-worauf-es-bei-kita-offnungen-ankommt\/"},"modified":"2020-04-20T16:41:55","modified_gmt":"2020-04-20T16:41:55","slug":"corona-krise-worauf-es-bei-kita-offnungen-ankommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-krise-worauf-es-bei-kita-offnungen-ankommt\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Worauf es bei Kita-\u00d6ffnungen ankommt"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wie kann eine schrittweise \u00d6ffnung der Kitas aussehen? Eine Arbeitsgruppe soll Leitlinien entwerfen, doch die Situation bei den Einrichtungen ist hochkomplex. Die entscheidenden Punkte im \u00dcberblick.  <\/p>\n<p>Eltern, Kinder, Erzieherinnen und Erzieher brauchten eine Perspektive: Familienministerin Franziska Giffey forderte am Sonntag eine rasche L\u00f6sung f\u00fcr Familien mit kleinen Kindern in der Coronakrise. &quot;Eine pauschale Aussage, die Kitas bleiben bis zum Sommer zu, f\u00fchrt bei vielen Familien zu noch mehr Stress und kann nicht die einzige Antwort sein,&quot; sagte die SPD-Politikerin.<\/p>\n<p>Eine andere, konkretere Antwort gibt es bisher allerdings nicht. Deshalb soll eine Arbeitsgruppe von L\u00e4ndern, Bund und Experten nun Leitlinien erarbeiten, wie eine schrittweise Wieder\u00f6ffnung der Kitas aussehen kann. Die Ergebnisse sollen bis zum Ende der Woche vorliegen.<\/p>\n<p>Die Frage, wie die Gesundheit der Erzieherinnen und Erzieher, der Eltern und Kinder gesch\u00fctzt werden kann, wird das Expertengremium vorrangig besch\u00e4ftigen. Denn bisher ist nicht gekl\u00e4rt, welche Rolle Kinder bei der \u00dcbertragung des Virus spielen. Aus den wenigen bislang vorliegenden Studien ist nur bekannt, dass Kinder seltener erkranken als Erwachsene - und zudem meist nur leicht. &quot;Werden die nur nicht schwer krank, aber sind in Wirklichkeit infiziert und geben das Virus von sich und tragen es in die Familie rein? Oder sind die auf eine gewisse Art und Weise resistent?&quot; Diese Fragen, sagte der Virologe Christian Drosten dem NDR, m\u00fcssten so schnell wie m\u00f6glich erforscht werden.<\/p>\n<p>Solange das nicht klar ist, m\u00fcssen Kinder als potenzielle Virenschleudern betrachtet werden. &quot;Der Gesundheitsschutz geht vor&quot;, sagte etwa Baden-W\u00fcrttembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Auch wenn sie sich der Belastung vieler Eltern sehr bewusst sei.<\/p>\n<p>Diese besonderen Schwierigkeiten muss die Expertengruppe bei der Erarbeitung der Leitlinien beachten:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Der Anteil an Risikogruppen unter dem Kitapersonal<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die unterschiedlichen r\u00e4umlichen und personellen Voraussetzungen in den Kitas<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Frage, welche Eltern vorrangig entlastet werden sollten<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Folgen f\u00fcr die Entwicklung der Kinder.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Gr\u00fcndliche Gef\u00e4hrdungsanalyse<\/strong><\/h3>\n<p>Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind 29 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher \u00fcber 50 Jahre alt. &quot;Zudem wissen wir aus anderen Studien, dass die Erzieherinnen und Erzieher h\u00f6her belastet sind als in anderen Berufsgruppen und sich h\u00e4ufiger krankmelden&quot;, sagt Bj\u00f6rn K\u00f6hler von der GEW. Er rechne damit, dass etwa ein Viertel der Kitagruppen Schwierigkeiten h\u00e4tte, \u00fcberhaupt wieder aufzumachen.<\/p>\n<p>Die Situation ist regional allerdings sehr unterschiedlich. F\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg sagte die dortige Kultusministerin Eisenmann, die Kitas rechnen damit, bis zu 40 Prozent ihrer Erzieherinnen und Erzieher nicht einsetzen zu k\u00f6nnen, da sie zur Risikogruppe z\u00e4hlten.<\/p>\n<p>Barbara Nolte, Leiterin des Referats Erzieherinnen und Erzieher beim Verband Bildung und Erziehung (VBE), fordert eine gr\u00fcndliche Gef\u00e4hrdungsanalyse. Dabei m\u00fcssten auch m\u00f6glicherweise gef\u00e4hrdete Angeh\u00f6rige der Mitarbeitenden ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<h3><strong>Klare Vorgaben zu Hygienema\u00dfnahmen<\/strong><\/h3>\n<p>Einige Erzieherinnen und Erzieher w\u00fcnschen sich Masken f\u00fcr ihre Arbeit, sagt Gewerkschafter Bj\u00f6rn K\u00f6hler. Hier m\u00fcsse es klare Hinweise von Gesundheitsexperten geben, ob das Sinn ergebe, so K\u00f6hler. Zumal manche Experten die Nutzung gerade in Kitas problematisch sehen. Die Gesichtsmaske habe mehr Nachteile, als dass sie sch\u00fctzen w\u00fcrde, sagt etwa Fabienne Becker-Stoll, Direktorin des Staatsinstituts f\u00fcr Fr\u00fchp\u00e4dagogik. F\u00fcr Kinder sei es wichtig, den Gesichtsausdruck zu sehen.<\/p>\n<p>Das Gleiche gelte auch f\u00fcr den K\u00f6rperkontakt, den kleine Kinder brauchen, um sich emotional zu regulieren. &quot;K\u00f6rperkontakt aus Angst vor Ansteckung zu verweigern, ver\u00e4ngstigt Kinder schon sehr und ist letztlich auch gar nicht m\u00f6glich&quot;, so Becker-Stoll.<\/p>\n<p>Das Thema bewege die Kolleginnen und Kollegen sehr, sagt auch Barbara Nolte vom Verband Bildung und Erziehung. Sie hat als Leiterin einer Kita in NRW Erfahrungen in der Praxis. Da Abstandsregeln und Niesetikette bei Zweij\u00e4hrigen nicht einzuhalten seien, brauche es klare Empfehlungen. Nolte fordert Hygienepl\u00e4ne und Angaben zu den Reinigungszyklen etwa beim Spielzeug. Zudem m\u00fcssten die Kitas entsprechend mit Desinfektionsmitteln ausgestattet werden.<\/p>\n<h3><strong>&quot;Offenes Konzept&quot; mit besonderen Schwierigkeiten<\/strong><\/h3>\n<p>Kitageb\u00e4ude sind im Vergleich zu Schulgeb\u00e4uden verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig uneinheitlich. Und sie spiegeln zwei unterschiedliche Betreuungskonzepte wider: In der sogenannten offenen Arbeit k\u00f6nnen Kinder ihre Spielgruppen relativ frei w\u00e4hlen und verschiedene Themenr\u00e4ume nutzen. F\u00fcr den Schutz vor Viren ist das ein Problem. Hier m\u00fcssten sich die Kitas gegebenenfalls wieder einem geschlossenen Konzept ann\u00e4hern, mit festen Gruppen und R\u00e4umen.<\/p>\n<p>Gewerkschafter K\u00f6hler von der GEW sagt, in dem Punkt k\u00f6nne es keine bundeseinheitlichen Vorgaben geben. Jede Kita m\u00fcsse mit Beh\u00f6rdenvertretern begangen werden, um zu entscheiden, wie viele Kinder unter der Pr\u00e4misse, kleine Gruppen zu erm\u00f6glichen, in den vorhandenen R\u00e4umen betreut werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<h3><strong>Welche Kinder betreut werden d\u00fcrfen<\/strong><\/h3>\n<p>&quot;Wir k\u00f6nnen nicht unendlich neue Kleingruppen schaffen&quot;, stellt Barbara Nolte klar. Das geben ihr zufolge weder die R\u00e4ume noch die Personalzahlen her. Doch wer darf in der aktuellen Situation dann betreut werden?<\/p>\n<p>&quot;Alle beschlossenen Regelungen f\u00fcr Kinder und Jugendliche sind prim\u00e4r aus der Perspektive der Erwachsenen gedacht&quot;, kritisiert die Deutsche Akademie f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) in einer Stellungnahme. Denn welche Kinder die derzeit angebotene Notbetreuung nutzen d\u00fcrfen, richtet sich vorrangig nach dem Beruf der Eltern, nicht nach dem Bed\u00fcrfnis der Kinder.<\/p>\n<p>Sowohl Nolte vom VBE als auch K\u00f6hler von der GEW w\u00fcnschen sich von dem Gremium einheitliche Vorgaben zum Betreuungsanspruch. Bisher wurden vor allem Kinder betreut, von denen mindestens ein Elternteil in einem sogenannten systemrelevanten Beruf arbeitet. Nun weiten einige Bundesl\u00e4nder das Angebot aus, etwa f\u00fcr Alleinerziehende. So empfahl es auch Giffey am Montagnachmittag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann eine schrittweise \u00d6ffnung der Kitas aussehen? 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