{"id":203497,"date":"2020-04-18T05:12:38","date_gmt":"2020-04-18T05:12:38","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/chinas-corona-strategie-alarmiert-bundesregierung\/"},"modified":"2020-04-18T05:12:38","modified_gmt":"2020-04-18T05:12:38","slug":"chinas-corona-strategie-alarmiert-bundesregierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/chinas-corona-strategie-alarmiert-bundesregierung\/","title":{"rendered":"Chinas Corona-Strategie alarmiert Bundesregierung"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">China nutzt die Coronakrise, um sich international mit Hilfsaktionen zu profilieren, auch in Deutschland. Die Bundesregierung spricht intern von einer gezielten Desinformationskampagne.  <\/p>\n<p>Die Internetseite der chinesischen Botschaft in Deutschland bietet derzeit eine interessante Lekt\u00fcre. Wo sonst meist PR-Nachrichten von Erfolgen der Volksrepublik k\u00fcnden, kommentiert die Botschaft seit Wochen verst\u00e4rkt auch die deutsche Medienberichterstattung.<\/p>\n<p>J\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte die Botschaft einen offenen Brief an den Chefredakteur der &quot;Bild&quot;-Zeitung. Das Blatt hatte, mit Verweis auf die &quot;Washington Post&quot;, \u00fcber Mutma\u00dfungen berichtet, das Virus k\u00f6nnte aus einem Labor in Wuhan entwichen sein, der F\u00fchrung wurde vorgehalten, &quot;wochenlang wichtige Informationen unterdr\u00fcckt&quot; zu haben. Die Botschaft nannte den Stil, mit dem die Zeitung gegen China &quot;zu Felde&quot; ziehe, &quot;infam&quot;.<\/p>\n<p>Neu ist die Vorgehensweise nicht. Als der SPIEGEL im M\u00e4rz einen Titel zum Virus brachte (&quot;Made in China&quot;), kritisierte dies Botschafter Wu Ken - indirekt - in einem Interview mit der &quot;Jungen Welt&quot; als &quot;unangemessene Berichterstattung&quot;.<\/p>\n<p>Die Reaktionen zeigen: Peking reagiert empfindlich auf Kritik und ist besorgt um das Image der Volksrepublik. Zwar wird \u00fcber die Pandemie in chinesischen Medien ausf\u00fchrlich berichtet, auch wurde jetzt die Zahl der Toten nach oben korrigiert. &quot;Besorgniserregend&quot; nannte dies Au\u00dfenminister Heiko Maas (SPD), er mahnte China zu mehr Transparenz.<\/p>\n<p>Parallel dazu aber versucht die Propagandamaschine der Staatsf\u00fchrung nach Kr\u00e4ften, die \u00f6ffentliche Wahrnehmung Chinas in dieser Krise zu seinen Gunsten zu ver\u00e4ndern. Die Volksrepublik soll nicht l\u00e4nger das Land sein, von dem aus sich das Virus wohl in die Welt verbreitete. Stattdessen inszeniert man sich lieber als erfolgreicher K\u00e4mpfer gegen das Virus und vor allem als solidarischer Helfer, der \u00fcberall zur Stelle ist, wo er in der Not gebraucht wird.<\/p>\n<p>Und so werden \u00fcber die Staatsmedien Bilder von Chinas Hilfsaktionen in aller Welt verbreitet. Die wohl augenf\u00e4lligste Vorlage lieferte Serbiens Pr\u00e4sident Alexander Vu\u010di\u0107, der bei der Ankunft einer Hilfslieferung gleich die chinesische Fahne k\u00fcsste. Auch in der EU ist China aktiv: Spanien, Frankreich, \u00d6sterreich, Deutschland, Italien erhielten medizinische Ausr\u00fcstung, nach Italien kamen auch \u00c4rzte. Au\u00dfenminister Luigi Di Maio kommentierte das mit einem Seitenhieb auf die EU: Es gebe &quot;noch Leute, die Italien gern helfen&quot;. Die Beziehungen Roms zu Peking waren schon vor der Coronakrise eng: Italien hatte sich als erster westeurop\u00e4ischer Staat der chinesischen &quot;Seidenstra\u00dfen&quot;-Initiative - einem umstrittenen Megaprojekt f\u00fcr neue Handels- und Wirtschaftswege - angeschlossen.<\/p>\n<p>In Deutschland konnte Peking ebenfalls punkten, als der Landrat des besonders Corona-geplagten Kreises Heinsberg, Stephan Pusch (CDU), in einem Brief bei Staatspr\u00e4sident Xi Jinping um Unterst\u00fctzung f\u00fcr Krankenh\u00e4user in seinem Kreis bat. China lieferte 15.000 Mund-Nasen-Masken, Botschafter Wu Ken versprach weitere G\u00fcter.<\/p>\n<p>&quot;Nicht die Hilfslieferungen aus China sind ein Problem, sondern die Propaganda, die damit einhergeht und die EU als schwach, unsolidarisch und zerstritten zeigen soll&quot;, sagt der Vizevorsitzende der deutsch-chinesischen Parlamentariergruppe, Johannes Vogel (FDP).<\/p>\n<p>Vogel kennt China von vielen Besuchen, er hat dort zeitweise gelebt und Sprachunterricht genommen. 2019 war er auch bei einem Termin in der Internationalen Abteilung der Kommunistischen Partei dabei, bei dem die FDP-Besucher frostig empfangen wurden. Er wei\u00df um das andere offizielle Gesicht, das abseits der Propaganda auch gezeigt werden kann.<\/p>\n<p>Die PR aus Peking will er kontern. Vogel z\u00e4hlt auf: &quot;Wir m\u00fcssen darauf hinweisen, dass innerhalb Europas Kranke zur Behandlung in Nachbarl\u00e4nder geflogen werden, dass im Januar auch im gro\u00dfen Umfang Hilfen von der EU nach China gingen, dass Chinas kommunistische F\u00fchrung noch zu Jahresbeginn die WHO \u00fcber den Ausbruch des Virus im Unklaren gelassen hat und in Wuhan \u00c4rzte bedroht wurden, die fr\u00fchzeitig auf die Gefahren hinwiesen.&quot;<\/p>\n<h3>&quot;Intensive Medienarbeit&quot;<\/h3>\n<p>In der Bundesregierung wird die Propagandaoffensive der Chinesen mit Sorge beobachtet. In einer Analyse aus dem Verteidigungsministerium wurde bereits im M\u00e4rz gewarnt, dass Peking in der Krise &quot;nicht vor Falschnachrichten&quot; zur\u00fcckschrecke und Zahlen \u00fcber Infektionen gezielt ausnutze, um das eigene Bild aufzupolieren. Demnach bef\u00f6rderte China das Narrativ, man habe &quot;das Virus im eigenen Land besiegt, nunmehr aber bedrohe das Ausland die Sicherheit Chinas&quot;.<\/p>\n<p>Das vertrauliche Regierungspapier unterstellt den Chinesen eine Desinformationskampagne. Demnach versuche China mit Bildern von Hilfsaktionen f\u00fcr EU-Staaten wie Italien oder Luxemburg das Zerrbild zu zeichnen, dass &quot;Deutschland, die EU oder die USA ihre Partner aus Inkompetenz und Egoismus im Stich lassen&quot;. Zwar seien die Hilfsleistungen &quot;meist symbolisch&quot;, allerdings seien die Fl\u00fcge immer gepaart mit &quot;intensiver Medienarbeit&quot;. Selbst ins syrische Damaskus entsandte Peking einen Hilfsflieger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>China nutzt die Coronakrise, um sich international mit Hilfsaktionen zu profilieren, auch in Deutschland. Die Bundesregierung spricht intern von einer gezielten Desinformationskampagne. 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