{"id":203031,"date":"2020-04-15T13:31:51","date_gmt":"2020-04-15T13:31:51","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-welche-forschungen-donald-trump-mit-dem-zahlungsstopp-an-die-who-gefahrdet\/"},"modified":"2020-04-15T13:31:51","modified_gmt":"2020-04-15T13:31:51","slug":"corona-welche-forschungen-donald-trump-mit-dem-zahlungsstopp-an-die-who-gefahrdet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-welche-forschungen-donald-trump-mit-dem-zahlungsstopp-an-die-who-gefahrdet\/","title":{"rendered":"Corona: Welche Forschungen Donald Trump mit dem Zahlungsstopp an die WHO gef\u00e4hrdet"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Die WHO habe in der Coronakrise &quot;Mist gebaut&quot;, behauptet Donald Trump und stellt kurzerhand die Beitragszahlungen ein. So gef\u00e4hrdet der US-Pr\u00e4sident wichtige Projekte im Kampf gegen das Coronavirus.  <\/p>\n<p>Zu sehr auf China fokussiert, zu z\u00f6gerlich, Verschleierungstaktik: Glaubt man US-Pr\u00e4sident Donald Trump, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Umgang mit der Corona-Pandemie &quot;wirklich Mist gebaut&quot;. Der US-Pr\u00e4sident hat die Zahlungen an die Organisation vorerst eingestellt. Eigentlich hatte die WHO allein in diesem Jahr mit mehr als 57 Millionen US-Dollar von den USA gerechnet. Zum Vergleich: Der erwartete Beitrag von China liegt bei fast 29 Millionen, der von Deutschland bei 14,5 Millionen. Die H\u00f6he der Mitgliedsbeitr\u00e4ge h\u00e4ngt von der Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6\u00dfe und dem Wohlstand des Landes ab.<\/p>\n<p>Die WHO ist eine Beh\u00f6rde der Vereinten Nationen und hat aktuell 194 Mitgliedstaaten. Sie hat sich dem Auftrag verschrieben, allen Menschen zu einer bestm\u00f6glichen Gesundheit zu verhelfen. Zu ihren Aufgaben z\u00e4hlen beispielsweise die F\u00f6rderung von Impfprogrammen und die Koordination von Ma\u00dfnahmen im Kampf gegen \u00fcbertragbare Krankheiten.<\/p>\n<p>In der aktuellen Coronakrise hat die WHO beispielsweise:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p> Medikamentenstudien gestartet, die schnellstm\u00f6glich kl\u00e4ren sollen, welche Mittel im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt werden k\u00f6nnten. Sie sammelt auch alle verf\u00fcgbaren Informationen \u00fcber klinische Studien.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p> Zudem koordiniert die WHO Analysen, die zeigen werden, ob Antik\u00f6rpertests, die bereits auf dem Markt sind, auch tats\u00e4chlich nur bei dem aktuellen Coronavirus anschlagen und keine falschen Testergebnisse liefern. Bisher d\u00fcrfen Hersteller solche Tests in der Regel selbst validieren und dann auf den Markt bringen. Eine unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfung ist auch in der EU nicht vorgeschrieben. Um herauszufinden, wie viele Menschen tats\u00e4chlich immun gegen das Coronavirus sind, m\u00fcssen die Tests aber unbedingt zuverl\u00e4ssig sein. (Mehr dazu lesen Sie hier.)<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die WHO erarbeitet au\u00dferdem Richtlinien f\u00fcr den Aufbau von Studien, damit die Ergebnisse m\u00f6glichst zuverl\u00e4ssig und vergleichbar sind und mahnte immer wieder, \u00e4rmere L\u00e4nder im Kampf gegen das Virus zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dabei ist das Budget der WHO schon jetzt nicht besonders \u00fcppig. Derzeit liegt es bei etwa 2,5 Milliarden Dollar pro Jahr. Der Gro\u00dfteil des WHO-Geldes kommt nicht von den nationalen Beitragszahlern, sondern speist sich aus Spenden. Dennoch: Die USA sind unter den Mitgliedsl\u00e4ndern derzeit der gr\u00f6\u00dfte Geldgeber. Mit seinem Zahlungsstopp gef\u00e4hrdet Trump die Corona-Projekte der WHO.<\/p>\n<p>Dabei f\u00f6rdert die WHO etwa auch Tests mit dem Malariamedikament, in das ausgerechnet Trump \u00f6ffentlichkeitswirksam gro\u00dfe Hoffnungen gesetzt hatte. Eigentlich wollte die Organisation die Wirkstoffe Hydroxychloroquin und Chloroquin urspr\u00fcnglich nicht ber\u00fccksichtigen. Aufgrund der gro\u00dfen Aufmerksamkeit f\u00fcr die Mittel soll sich die Organisation aber umentschieden haben.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte das als Hinweis deuten, die WHO lasse sich von Trump beeinflussen, doch der US-Pr\u00e4sident bem\u00e4ngelt, die WHO sei zu stark auf China ausgerichtet - und das, obwohl die USA einen gro\u00dfen Teil des WHO-Budgets zahlten. Ohne Belege hatte er zudem behauptet, dass die WHO &quot;wahrscheinlich&quot; zu Beginn der Pandemie mehr gewusst habe, als sie offengelegt habe.<\/p>\n<p>Au\u00dfenminister Heiko Maas kritisierte die Entscheidung des US-Pr\u00e4sidenten: &quot;Eine der besten Investitionen im Kampf gegen die Pandemie ist es, die Vereinten Nationen, allen voran die unterfinanzierte Weltgesundheitsorganisation, zu st\u00e4rken - zum Beispiel bei der Entwicklung und Verteilung von Tests und Impfstoffen&quot;, sagte der SPD-Politiker. &quot;Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen in der Coronakrise nicht&quot;, betonte Maas. Das Virus kenne keine Grenzen. Die EU und China stellten sich ebenfalls gegen Trump.<\/p>\n<p>Auch die WHO wies die Kritik des US-Pr\u00e4sidenten zur\u00fcck. &quot;Wir sind noch immer in der akuten Phase der Pandemie, daher ist jetzt nicht die Zeit, die Finanzierung zu verringern&quot;, sagte der WHO-Regionaldirektor f\u00fcr Europa, Hans Kluge.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich widersprechen die Fakten entscheidenden Kritikpunkten des US-Pr\u00e4sidenten. So wirft Trump der WHO vor, die Ausbreitung des Coronavirus verschleiert zu haben und k\u00fcndigte eine \u00dcberpr\u00fcfung an. Tats\u00e4chlich hatte die WHO jedoch schon am 23. Januar gewarnt, der Erreger k\u00f6nne sich von China aus verbreiten. Am 30. Januar rief die Organisation den weltweiten Gesundheitsnotstand aus, das h\u00f6chste Alarmsignal. <\/p>\n<p>In einem Punkt hat Trump jedoch recht. Die WHO riet Ende Januar von Reise- oder Handelsbeschr\u00e4nkungen gegen\u00fcber China ab. Auch viele Wissenschaftler hatten die Gefahr des Coronavirus zun\u00e4chst untersch\u00e4tzt, weil sie davon ausgingen, dass es wie der eng verwandte Erreger Sars kaum ansteckend ist. Inzwischen ist jedoch klar, dass sich das neuartige Coronavirus auch in den oberen Atemwegen vermehren kann und dadurch leichter \u00fcbertragbar ist. (Mehr dazu lesen Sie hier.)<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck habe er fr\u00fch die Empfehlung der WHO verworfen, die Grenzen zu China offenzulassen, argumentiert Trump nun. Tats\u00e4chlich ordnete der US-Pr\u00e4sident Ende Januar einen Einreisestopp f\u00fcr ausl\u00e4ndische Reisende aus China an. Geholfen hat das jedoch wenig. Die Fallzahlen schossen in den USA in die H\u00f6he, in dem Land gibt es mittlerweile weltweit die meisten Corona-Toten, einer der ersten nachgewiesenen Ausbr\u00fcche in Seattle blieb lange unentdeckt.<\/p>\n<h3>Wie China-zentriert ist die WHO?<\/h3>\n<p>Bruce Aylward, ein f\u00fchrender Berater des WHO-Generaldirektors Tedros Adhanom Ghebreyesus, wies Trumps Kritik zur\u00fcck, die WHO sei &quot;China-zentriert&quot;. Es sei sehr wichtig, mit den Chinesen zusammenzuarbeiten, um den fr\u00fchen Ausbruch zu verstehen. Das habe mit China im Besonderen nichts zu tun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die WHO habe in der Coronakrise &quot;Mist gebaut&quot;, behauptet Donald Trump und stellt kurzerhand die Beitragszahlungen ein. So gef\u00e4hrdet der US-Pr\u00e4sident wichtige Projekte im Kampf gegen das Coronavirus. 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