{"id":202892,"date":"2020-04-14T19:41:57","date_gmt":"2020-04-14T19:41:57","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-krise-angela-merkel-und-ministerprasidenten-beraten-uber-exit-strategie\/"},"modified":"2020-04-14T19:41:57","modified_gmt":"2020-04-14T19:41:57","slug":"corona-krise-angela-merkel-und-ministerprasidenten-beraten-uber-exit-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-krise-angela-merkel-und-ministerprasidenten-beraten-uber-exit-strategie\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Angela Merkel und Ministerpr\u00e4sidenten beraten \u00fcber Exit-Strategie"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Kanzlerin und Ministerpr\u00e4sidenten beraten \u00fcber erste Schritte aus dem Corona-Lockdown. Manche L\u00e4nderchefs w\u00fcnschen sp\u00fcrbare Lockerungen, andere bremsen. Ist eine gemeinsame Linie m\u00f6glich?  <\/p>\n<p>Technisch sollte die Sache kein Problem mehr sein, mit Videokonferenzen haben die Mitglieder der Bundesregierung wie die Ministerpr\u00e4sidenten der L\u00e4nder in den vergangenen Wochen dank Corona reichlich Erfahrungen gesammelt. Ungewiss ist dagegen, was inhaltlich in der Schalte zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den L\u00e4nderchefs am Mittwochnachmittag herauskommt.<\/p>\n<p>Wird man sich tats\u00e4chlich auf einen bundesweiten Fahrplan aus dem Lockdown einigen k\u00f6nnen? Oder bleibt es f\u00fcrs erste bei den aktuellen strengen Ma\u00dfnahmen im Kampf gegen das Virus?<\/p>\n<p>Besonders aus der Wirtschaft w\u00e4chst der Druck auf die Politik, das \u00f6ffentliche Leben und damit auch die Arbeitswelt schrittweise wieder zu normalisieren. Einige aktuelle Studien liefern dazu entsprechende Argumente. Auch die nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina pl\u00e4dierte am Montag f\u00fcr einen &quot;realistischen&quot; Zeitplan zur\u00fcck zur Normalit\u00e4t - Merkel hatte zuvor betont, sich die Leopoldina-Ratschl\u00e4ge besonders zu Herzen zu nehmen. Schon am Mittwochvormittag k\u00f6nnte das sogenannte Corona-Kabinett daher auf der Grundlage dieser Empfehlungen erste Entscheidungen \u00fcber einen m\u00f6glichen Exit-Fahrplan treffen.<\/p>\n<p>Welche politischen Akteure wollen den raschen Einstieg in den Ausstieg, wer bremst \u2013 und welche Rolle spielen die Wissenschaftler und ihre Studien?<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Die Dr\u00e4ngler<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der nordrhein-westf\u00e4lische Ministerpr\u00e4sident Armin Laschet ging zuletzt besonders vernehmbar in die Offensive. Als Regierungschef des bev\u00f6lkerungsreichsten und wirtschaftlich st\u00e4rksten Bundeslandes sieht er sich in ohnehin in einer exponierten Rolle, zudem scheint NRW bei den Corona-Infektionen und -Todeszahlen inzwischen auch eine erfreuliche Entwicklung genommen zu haben. Deshalb sieht Laschet sein Bundesland besonders gut ger\u00fcstet f\u00fcr erste Lockerungen - so sollen bestimmte Sch\u00fcler bald wieder unterrichtet werden. CDU-Mann Laschet spricht, unterst\u00fctzt von seinem Koalitionspartner FDP, von der R\u00fcckkehr &quot;in eine verantwortungsvolle Normalit\u00e4t&quot;.<\/p>\n<p>&quot;Konsequenter Infektionsschutz bleibt weiterhin unser oberstes Ziel&quot;, betonte FDP-Vizeministerpr\u00e4sident Joachim Stamp. &quot;Wenn die Hygiene- und Abstandsregeln jedoch weiterhin konsequent eingehalten werden, kann das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben stufenweise ge\u00f6ffnet werden.&quot; Die Bundes-Gr\u00fcnen pl\u00e4dierten am Dienstag ebenfalls f\u00fcr erste Schritte Richtung Alltag.<\/p>\n<p>Auch Schleswig-Holsteins Ministerpr\u00e4sident Daniel G\u00fcnther hatte sich vor Ostern f\u00fcr eine Lockerung nach den Feiertagen ausgesprochen, zuletzt warnte der CDU-Politiker allerdings vor zu hohen Erwartungen.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Die Bremser<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Pendant zu Laschet auf der Seite der Bremser ist Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der. Seit Beginn der Coronakrise steht der CSU-Politiker f\u00fcr eine besonders strikte Linie \u2013 daran will S\u00f6der festhalten. Er spricht von einem &quot;sicheren und besonnenen Weg aus der Coronakrise&quot;, vorsichtige Erleichterungen k\u00f6nne es nur mit zus\u00e4tzlichem Schutz geben.<\/p>\n<p>Gemeint d\u00fcrfte damit vor allem eine Maskenpflicht in der \u00d6ffentlichkeit und am Arbeitsplatz sein. Anders als Laschet in NRW sieht sich S\u00f6der in Bayern weiterhin mit besorgniserregenden Corona-Zahlen konfrontiert, dazu kommt die N\u00e4he zum besonders unter dem Virus leidenden Italien. In der Runde der Ministerpr\u00e4sidenten kommt S\u00f6der auch deshalb eine besondere Rolle am Mittwoch zu, weil er momentan der Runde der L\u00e4nderchefs vorsitzt.<\/p>\n<p>Auch Sachsen-Anhalts Ministerpr\u00e4sident Reiner Haseloff warnte vor einer &quot;vorschnellen und generellen Aufhebung&quot; der Ma\u00dfnahmen. &quot;Wir sind noch mitten in der Bek\u00e4mpfung der Corona-Pandemie und m\u00fcssen jeden Schritt kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren k\u00f6nnen.&quot; Th\u00fcringens Ministerpr\u00e4sident Bodo Ramelow kritisierte den Vorschlag, sobald wie m\u00f6glich die Grundschulen wieder zu \u00f6ffnen. &quot;Das Schulsystem ist auf solche Herausforderungen nicht ausgerichtet&quot;, sagte der Linken-Mann dem SPIEGEL.<\/p>\n<p>Die SPD-Ministerpr\u00e4sidenten haben sich auf eine zur\u00fcckhaltende Linie verst\u00e4ndigt. &quot;Wir brauchen gemeinsame Indikatoren, die in Relation zu den Lockerungen stehen&quot;, sagte die rheinland-pf\u00e4lzische Regierungschefin Malu Dreyer dem SPIEGEL. Dazu z\u00e4hlt sie unter anderem eine niedrige Rate der Neuansteckung, die Ausweitung von Tests und gen\u00fcgend Schutzausr\u00fcstung.<\/p>\n<p>Die Indikatoren sollten bundeseinheitlich gelten, so Dreyer, die Ma\u00dfnahmen, die sich daraus entwickeln, k\u00f6nnten aber unterschiedlich sein: &quot;In Bayern mit seinen hohen Fallzahlen und der N\u00e4he zu den Risikogebieten Italien und \u00d6sterreich haben wir eine andere Lage als in Mecklenburg-Vorpommern, wo nur verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenige Menschen erkrankt sind.&quot;<\/p>\n<p>Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Michael M\u00fcller betonte, es gehe weiterhin darum, &quot;Menschenleben zu sch\u00fctzen und die Krankenh\u00e4user so aufzustellen, dass sie auf die Versorgung von Corona-Patienten gut vorbereitet sind&quot;. Dem Sender RBB sagte M\u00fcller, eine Lockerung der Ausgangsbeschr\u00e4nkungen sei fr\u00fchestens ab dem 27. April realistisch.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist selbst f\u00fcr den Fall, dass sich Bund und L\u00e4nder am Mittwoch auf erste Schritte aus dem Lockdown einigen, nicht gesagt, dass diese Schritte auch sofort umgesetzt werden k\u00f6nnen. Jedes Land muss anschlie\u00dfend m\u00f6gliche Lockerungen f\u00fcr sich noch einmal pr\u00fcfen und vorbereiten. &quot;Dazu werden wir uns Zeit nehmen&quot;, sagte M\u00fcller.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Die Ratgeber<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am Ostermontag legte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ein Papier mit Empfehlungen f\u00fcr eine schrittweise Lockerung der Ausgangsbeschr\u00e4nkungen vor. 26 Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen geh\u00f6ren der Arbeitsgruppe an, die unter anderem eine schnelle Wiederer\u00f6ffnung von Schulen und eine Maskenpflicht in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt.<\/p>\n<p>Das Robert Koch-Institut stellte sich am Dienstag hinter die Empfehlungen. Mit Ausnahme &quot;kleiner Details&quot; sehe sein Institut die Lage \u00e4hnlich, sagte RKI-Pr\u00e4sident Lothar Wieler. Nur bei den Schul\u00f6ffnungen ist das RKI anderer Auffassung. Laut Wieler macht es &quot;epidemiologisch sehr viel Sinn&quot;, erst \u00e4ltere Sch\u00fcler wieder zu unterrichten, da diese die Abstandsregeln besser einhielten. Die Leopoldina hatte vorgeschlagen, zun\u00e4chst Grundschule und die Sekundarstufe eins zu \u00f6ffnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kanzlerin und Ministerpr\u00e4sidenten beraten \u00fcber erste Schritte aus dem Corona-Lockdown. Manche L\u00e4nderchefs w\u00fcnschen sp\u00fcrbare Lockerungen, andere bremsen. Ist eine gemeinsame Linie m\u00f6glich? 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