{"id":202788,"date":"2020-04-14T05:22:40","date_gmt":"2020-04-14T05:22:40","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-krise-wirtschaftsinstitut-warnt-vor-zu-schnellen-lockerungen\/"},"modified":"2020-04-14T05:22:40","modified_gmt":"2020-04-14T05:22:40","slug":"corona-krise-wirtschaftsinstitut-warnt-vor-zu-schnellen-lockerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/corona-krise-wirtschaftsinstitut-warnt-vor-zu-schnellen-lockerungen\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Wirtschaftsinstitut warnt vor zu schnellen Lockerungen"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Nach Wochen mit geschlossenen Gesch\u00e4ften, Schulen und Firmen sehnen sich viele Menschen nach Alltag. Ein zu schnelles Ende der Ma\u00dfnahmen w\u00fcrde die wirtschaftliche Lage einer Studie zufolge aber verschlimmern.  <\/p>\n<p>Das gewerkschaftsnahe Institut f\u00fcr Makro\u00f6konomie und Konjunkturforschung (IMK) pl\u00e4diert daf\u00fcr, die geltenden Kontaktbeschr\u00e4nkungen nur mit Bedacht zu lockern. Eine vorschnelle Aufhebung der Sanktionen berge die Gefahr, dass es zu einem erneuten Emporschie\u00dfen der Coronavirus-Infektionen komme. Dies steigere neben den gesundheitlichen auch die wirtschaftlichen Risiken. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts.<\/p>\n<p>Sollten die Kontaktbeschr\u00e4nkungen nach einer Lockerung erneut versch\u00e4rft werden m\u00fcssen, k\u00f6nnte es &quot;am Ende zu l\u00e4ngeren - und damit \u00f6konomisch kostspieligeren \u2013 Einschr\u00e4nkungen&quot; kommen, hei\u00dft es weiter. Die Schritte zu einer Lockerung m\u00fcssten zudem unbedingt mit gen\u00fcgend Vorlauf kommuniziert werden.<\/p>\n<p>&quot;Sch\u00e4dlicher als eine l\u00e4nger anhaltende Kontaktbeschr\u00e4nkung w\u00e4re eine kurze Lockerung gefolgt von einer neuen, noch einmal l\u00e4ngeren Phase von Kontaktbeschr\u00e4nkungen mit geschlossenen Betrieben in Einzelhandel und Gastronomie&quot;, hei\u00dft es in der Studie. In einem solchen Szenario w\u00fcrde die Gesamtdauer der Umsatzausf\u00e4lle und Betriebsschlie\u00dfungen in der Summe l\u00e4nger ausfallen. Daher w\u00e4re auch mit gr\u00f6\u00dferen Ausf\u00e4llen beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu rechnen.<\/p>\n<h3>Gefahr von Pleiten und Arbeitslosigkeit<\/h3>\n<p>Jeder Monat, den die Kontakteinschr\u00e4nkungen unver\u00e4ndert fortgesetzt werden m\u00fcssen, kostet laut Sch\u00e4tzung der Forscher etwa einen Prozentpunkt Wirtschaftswachstum - zus\u00e4tzlich zu den vier Prozent Schrumpfung des BIP, mit denen das IMK f\u00fcr 2020 jetzt schon rechnet. So wachse die Gefahr, dass es zu Unternehmenspleiten und in der Folge zu steigender und sich verfestigender Arbeitslosigkeit komme, hei\u00dft es weiter.<\/p>\n<p>&quot;Es ist wichtiger, dass die Kontaktbeschr\u00e4nkungen nachhaltig gelockert werden, als dass sie schnell gelockert werden&quot;, sagt Sebastian Dullien, der Wissenschaftliche Direktor des IMK. Zwar w\u00fcrden die Kosten der Kontaktbeschr\u00e4nkungen mit einem Andauern \u00fcber Anfang Mai hinaus \u00fcberproportional steigen. Aber das Risiko eines anhaltenden Stop-and-Gos mit erneuten fl\u00e4chendeckenden Schlie\u00dfungen von Schulen, im Einzelhandel und in der Gastronomie wiege schwer, sagt der \u00d6konom. &quot;Am Ende z\u00e4hlt die Gesamtdauer der Betriebsunterbrechungen. Wenn jetzt f\u00fcr zwei Wochen alles wiederer\u00f6ffnet wird, um dann wieder f\u00fcr zwei Monate schlie\u00dfen zu m\u00fcssen, ist nichts gewonnen.&quot;.<\/p>\n<h3> &quot;Intelligente Strategie der \u00d6ffnung&quot;<\/h3>\n<p>Sollte eine Lockerung ab Anfang Mai beginnen, fordert das IMK eine &quot;intelligente Strategie der \u00d6ffnung&quot;. Daf\u00fcr macht das Institut mehrere Vorschl\u00e4ge:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>So sei in einem ersten Schritt die rasche Kommunikation und Umsetzung von <strong>Infektionsschutz und Abstandsregeln <\/strong>in Kindertagesst\u00e4tten, Schulen, Einzelhandel und Gastronomie n\u00f6tig. Dazu geh\u00f6rten auch Vorgaben zu notwendigen Umbauten und Hygienevorschriften.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>In <strong>Schulen und Kitas <\/strong>sollte ein teilweiser Betrieb wieder aufgenommen werden, beispielsweise ein abwechselnder Unterricht der einzelnen Klassen an verschiedenen Tagen bei klarer r\u00e4umlicher Trennung.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>In <strong>Gesch\u00e4ften<\/strong> sollte generell mit Trennw\u00e4nden und je nach Gr\u00f6\u00dfe mit Einlassbeschr\u00e4nkungen gearbeitet werden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Es sollte gepr\u00fcft werden, ob eine <strong>generelle Tragepflicht f\u00fcr einfache Masken<\/strong> die Infektionsverbreitung begrenzen k\u00f6nnte, sobald deren Verf\u00fcgbarkeit gegeben sei. Solange nicht gen\u00fcgend Masken zur Verf\u00fcgung stehen, sei ein schnelles Hochfahren der heimischen Produktion sinnvoll. Diese sollte von der Regierung durch Gro\u00dfbestellungen und langj\u00e4hrige Liefervertr\u00e4ge gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Wichtig seien zudem eine deutliche<strong> Ausweitung der Testkapazit\u00e4ten<\/strong> sowie eine m\u00f6glichst fl\u00e4chendeckende M\u00f6glichkeit zum<strong> Tracking<\/strong> und zur effektiven Information von Kontaktpersonen nach Infektionen. Dazu sollte die Nutzung von Handy-Apps gepr\u00fcft werden. Diese sollten m\u00f6glichst ohne zentrale Speicherung von Kontakt- oder Bewegungsprofilen und zeitlich begrenzt funktionieren. So w\u00e4re es denkbar, den Zugang zu Restaurants f\u00fcr diejenigen zu lockern, die eine solche App nutzen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>In Gegenden mit <strong>niedrigen Infektionsraten <\/strong>sollte mit der Wiederer\u00f6ffnung von Gastronomie, Einzelhandel und Schulen vorangeschritten werden, solange nur Ortsans\u00e4ssige das Angebot nutzen k\u00f6nnten. Auch hier sollte das Abstandsgebot weiter gelten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Zudem sollte die Bev\u00f6lkerung darauf vorbereitet werden, &quot;dass eine <strong>erneute, graduelle Versch\u00e4rfung<\/strong> der Kontaktbeschr\u00e4nkungen notwendig werden k\u00f6nnte&quot;.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Insbesondere an Schulen sollte die <strong>digitale Infrastruktur <\/strong>verbessert werden. Zentral sei die Ausstattung vor allem &quot;wirtschaftlich benachteiligter Kinder und Jugendlicher mit Laptops oder Tablets sowie den daf\u00fcr notwendigen Internetzug\u00e4ngen&quot;.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>&quot;Stabilisierung europ\u00e4ischer Nachbarl\u00e4nder&quot;<\/h3>\n<p>Ein absolut notwendiger Teil einer Exit-Strategie sei auch die Stabilisierung europ\u00e4ischer Nachbarl\u00e4nder. Der \u00fcberwiegende Teil des zu erwarteten BIP-Einbruchs im laufenden Jahr r\u00fchre laut IMK von Schwierigkeiten im Verarbeitenden Gewerbe her. Das Institut nennt dabei einen R\u00fcckgang der Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten im In- und Ausland sowie St\u00f6rungen in den grenz\u00fcberschreitenden Lieferketten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Anteil des Produzierenden Gewerbes ohne Bau am nationalen BIP bei rund 24 Prozent liege, steuerten die derzeit besonders betroffenen Sektoren Gastronomie und Gastgewerbe, Non-Food-Einzelhandel, Kultur sowie die Freizeitwirtschaft nur rund sieben Prozent bei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Wochen mit geschlossenen Gesch\u00e4ften, Schulen und Firmen sehnen sich viele Menschen nach Alltag. Ein zu schnelles Ende der Ma\u00dfnahmen w\u00fcrde die wirtschaftliche Lage einer Studie zufolge aber verschlimmern. 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