{"id":202738,"date":"2020-04-13T21:31:56","date_gmt":"2020-04-13T21:31:56","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/emmanuel-macrons-rede-zur-corona-krise-in-frankreich-wir-werden-uns-neu-erfinden-mussen-ich-als-allererster\/"},"modified":"2020-04-13T21:31:56","modified_gmt":"2020-04-13T21:31:56","slug":"emmanuel-macrons-rede-zur-corona-krise-in-frankreich-wir-werden-uns-neu-erfinden-mussen-ich-als-allererster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/emmanuel-macrons-rede-zur-corona-krise-in-frankreich-wir-werden-uns-neu-erfinden-mussen-ich-als-allererster\/","title":{"rendered":"Emmanuel Macrons Rede zur Corona-Krise in Frankreich: &#171;Wir werden uns neu erfinden m\u00fcssen. Ich als allererster&#187;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">In seiner vierten Rede an die Nation seit Beginn der Coronakrise schlug Pr\u00e4sident Macron einen neuen, nachdenklichen Ton an. Er k\u00fcndigte weitere vier Wochen der harten Ausgangssperre an \u2013 und eine radikale politische Umkehr.  <\/p>\n<p>Wie sagt man seinem Volk, was es nicht h\u00f6ren will? Wie verk\u00fcndet man weitere H\u00e4rten und eine Verl\u00e4ngerung der Ausgangssperre um vier Wochen, wenn man doch so gerne gemocht, respektiert und geliebt werden m\u00f6chte? Wenn die Kriegsrhetorik verbraucht ist und die Aussicht auf die kommenden Monate d\u00fcster?<\/p>\n<p>Emmanuel Macron hatte diese Aufgabe am Abend des Ostermontag von 20.02 Uhr bis 20.29 Uhr in einer erneuten Fernsehansprache an die Nation zu l\u00f6sen. Und er l\u00f6ste sie eher gut. Vom Krieg, in dem sich Frankreich gegen das Virus befindet und den er in seiner zweiten Ansprache insgesamt sechs Mal als rhetorische Figur strapaziert hatte, war nicht mehr die Rede. Diesmal sprach ein Pr\u00e4sident, der dem\u00fctig wirkte und leiser war als sonst. Ein Mann, der seine S\u00e4tze mit Fragezeichen enden lie\u00df. &quot;Wird der 11. Mai das Ende dieser Bew\u00e4hrungsprobe sein?&quot;, fragte Macron. &quot;Auf diese Frage haben wir noch keine definitiven Antworten.&quot;<\/p>\n<p>Zuzugeben, etwas nicht zu wissen, geh\u00f6rt zu den schwersten Aufgaben eines Politikers und man muss Macron nicht besonders gut kennen, um zu ahnen, wie schwer gerade ihm das f\u00e4llt. Der Shutdown in Frankreich geht also weiter bis zum 11. Mai. Ab diesem Datum, so verk\u00fcndete der Pr\u00e4sident es heute, soll eine allgemeine Schutzmaskenpflicht herrschen, sollen nach und nach die Schulen wieder \u00f6ffnen, die Franzosen wieder zur Arbeit gehen k\u00f6nnen. Restaurants, Caf\u00e9s, Bars und Kinos werden wohl erst viel sp\u00e4ter wieder \u00f6ffnen k\u00f6nnen. Ebenso wie die Grenzen des Schengenraumes, die wie Macron sagte, wohl bis September geschlossen bleiben. \u00c4ltere Mitb\u00fcrger sollen weit \u00fcber den 11. Mai hinaus nicht aus dem Haus gehen k\u00f6nnen, zu ihrem eigenen Schutz.<\/p>\n<h3>Macron will Frankreich einen<\/h3>\n<p>Es war eine ganze Reihe von Zumutungen, die der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident verk\u00fcndete. Aber er wisse, so sagte er, dass diese Nation sich br\u00fcderlich und solidarisch zeigen werde. Genauso wie sie in den vergangenen Wochen gezeigt habe, dass sie - allen Vorurteilen zum Trotz - nicht undiszipliniert sei. Seit Wochen versucht Macron, an die Einheit der Nation in dieser Krise ungekannten Ausma\u00dfes zu appellieren, so wie es einst Fran\u00e7ois Mitterrand vor seiner Wiederwahl 1988 getan hatte, als er &quot;La France Unie&quot; beschwor. Aber dieses Frankreich ist im Jahr 2020 alles andere als geeint. Das war schon vor Corona so. Aber die Pandemie legt die Zersplitterung des Landes und alle dazugeh\u00f6rigen sozialen Ungerechtigkeiten nun so brutal offen, dass niemand sie mehr dementieren kann.<\/p>\n<p>Und so steigt in Woche F\u00fcnf der Ausgangssperre, die am Dienstag beginnt, nicht nur die Ungeduld der Franzosen. Es steigt auch die Wut all jener, die diese Krise h\u00e4rter trifft als andere. Weil sie auf wenig Platz eingesperrt sind. Weil sie keine finanziellen R\u00fccklagen haben. Weil sie von ihren Ehem\u00e4nnern geschlagen werden. Eine Aufgabe Macrons Rede war es deshalb auch, auf diesen Teil der Bev\u00f6lkerung einzugehen.<\/p>\n<p>Macron tat dies bereits in seinen allerersten S\u00e4tzen: Er wisse, dass es schwierig sei, sich zu mehreren in diesen Wochen eine kleine Wohnung teilen zu m\u00fcssen. Und im \u00fcbrigen geb\u00fchre &quot;alle Ehre unseren Pflegekr\u00e4ften in den Krankenh\u00e4usern&quot;, sagte er in Minute drei seiner Rede. Bis Anfang des Jahres hatten die noch massiv gegen seine Rentenreform protestiert. &quot;Waren wir gen\u00fcgend vorbereitet auf diese Krise?&quot; fragte Macron. &quot;Eindeutig nein.&quot; Nicht gen\u00fcgend Schutzmasken, nicht gen\u00fcgend Schutzkleidung, nicht ausreichend Beatmungsger\u00e4te.<\/p>\n<h3>Macron, der Kriegsherr - Macron, der Vater der Nation<\/h3>\n<p>Vor knapp einem Monat hatte Macron den Kriegsherrn gegeben. Am Montagabend versuchte er, in die Rolle des Vaters der Nation zu schl\u00fcpfen, f\u00fcr den es in Frankreich vor allem ein ber\u00fchmtes Vorbild gibt: Charles de Gaulle. Es ist keine Rolle, die Macron nat\u00fcrlich zuf\u00e4llt, schon allein, weil er so jung ist. Aber nicht nur deshalb. Bisher wurden ihm andere Attribute zugeschrieben: Macron war der Mann, der die politische Landschaft Frankreichs durcheinandergewirbelt hatte und f\u00fcr Disruption stand. Der immer ein wenig arrogant \u00fcber den Dingen stand und keiner war, der seine sch\u00fctzende Hand \u00fcbers Volk h\u00e4lt, sondern einer, der diesem Volk immer wieder Neues abverlangte: Es sollte eine Rentenreform historischen Ausma\u00dfes schlucken. Und eine Aufweichung des Schutzes der Arbeitnehmer durch eine Arbeitsmarktreform akzeptieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seiner vierten Rede an die Nation seit Beginn der Coronakrise schlug Pr\u00e4sident Macron einen neuen, nachdenklichen Ton an. 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