{"id":202376,"date":"2020-04-11T13:32:09","date_gmt":"2020-04-11T13:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/coronavirus-europas-zeitplan-fur-das-ende-des-lockdowns\/"},"modified":"2020-04-11T13:32:09","modified_gmt":"2020-04-11T13:32:09","slug":"coronavirus-europas-zeitplan-fur-das-ende-des-lockdowns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/coronavirus-europas-zeitplan-fur-das-ende-des-lockdowns\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Europas Zeitplan f\u00fcr das Ende des Lockdowns"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Der europ\u00e4ische Kontinent ist gespalten: W\u00e4hrend in Frankreich die Zwangsma\u00dfnahmen gegen die Corona-Pandemie versch\u00e4rft wurden, beginnen andere L\u00e4nder mit ersten Lockerungen. Wie sieht ihr Zeitplan aus? Eine \u00dcbersicht.  <\/p>\n<p>F\u00fcr die d\u00e4nische Regierungschefin Mette Frederiksen, die sich mit schnellen, harten Entscheidungen gegen den Rat ihrer Experten gestellt hatte, muss der vergangene Montag ein sch\u00f6ner Tag gewesen sein.<\/p>\n<p>Als sie sich abends zur besten Sendezeit vor die Kameras stellte, konnte sie endlich wieder eine gute Nachricht verk\u00fcnden: die &quot;kontrollierte, schrittweise und vorsichtige \u00d6ffnung&quot; des Landes, den Anfang vom Ende der umfassenden Zwangsma\u00dfnahmen gegen die Corona-Pandemie.<\/p>\n<p>Frederiksen war nach dem \u00f6sterreichischen Kanzler Sebastian Kurz die zweite europ\u00e4ische Spitzenpolitikerin, die sich das traute. Einige Stunden vor der D\u00e4nin hatte Kurz seinen B\u00fcrgern den Beginn einer &quot;neuen Normalit\u00e4t&quot; versprochen. Zur Begr\u00fcndung sagte er stolz: &quot;Wir sind besser durch die Krise gekommen als die meisten anderen L\u00e4nder.&quot;<\/p>\n<p>Sicher, es sind nur erste Lockerungen. Beide Regierungschefs haben ihre Ank\u00fcndigung mit ernsten Appellen an die Vernunft ihrer Landsleute verbunden. Niemand darf \u00fcberm\u00fctig werden, alle sollen wissen, dass die Regierenden den Shutdown jederzeit versch\u00e4rfen k\u00f6nnen, wenn die Infektionsraten wieder steigen.<\/p>\n<p>Frederiksen mahnte: &quot;Wir werden nicht wieder zu dem D\u00e4nemark zur\u00fcckkehren, wie es vor dem 6. M\u00e4rz gewesen ist.&quot; An jenem Tag war sie vorgeprescht, hatte Kitas, Schulen, Universit\u00e4ten sowie die Grenzen geschlossen, obwohl die d\u00e4nischen Gesundheitsbeh\u00f6rden davon abgeraten hatten.<\/p>\n<p>Weitere europ\u00e4ische Regierungen haben in den vergangenen Tagen ebenfalls Zeitpl\u00e4ne vorgelegt, wie sie das \u00f6ffentliche Leben reanimieren wollen. Norwegens Ministerpr\u00e4sidentin Erna Solberg sagte \u00fcber die Ausbreitung der Virusinfektion in ihrem Land: &quot;Nach unserem Eindruck haben wir die Dinge unter Kontrolle.&quot;<\/p>\n<p>Der f\u00fcr Europa zust\u00e4ndige Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Belgier Hans Kluge, h\u00f6rt so etwas allerdings gar nicht gern. Kluge warnte am Mittwoch: &quot;Dies ist nicht der Moment, um die Ma\u00dfnahmen zu lockern.&quot; Stattdessen m\u00fcsse der Einsatz im Kampf gegen Covid-19 &quot;noch einmal verdoppelt und verdreifacht&quot; werden. Manche L\u00e4nder folgen dem Rat der WHO, ein Ende des Lockdowns ist dort nicht in Sicht. In Frankreich wurde das Zwangsregime f\u00fcr viele B\u00fcrger sogar versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>So kommt zu den vielen Spaltungen, die den Kontinent durchziehen, eine weitere hinzu: Neben den Regierungen, die schon die &quot;neue Normalit\u00e4t&quot; anstreben, gibt es jene, die das f\u00fcr verfr\u00fcht und gef\u00e4hrlich halten.<\/p>\n<p>L\u00e4nder, die schon den Versuch der Lockerung wagen, wollen sich dabei auf begleitende Vorsichtsma\u00dfnahmen st\u00fctzen. Zum m\u00f6glichen Instrumentarium geh\u00f6ren die Schutzmaskenpflicht, &quot;Tracing&quot;-Apps auf dem Smartphone oder umfassende Testreihen, in denen Vergleichsgruppen auf Infektionen oder Antik\u00f6rper untersucht werden. Von Land zu Land wird dar\u00fcber unterschiedlich diskutiert.<\/p>\n<p>Auch die konkreten Schritte, die bisher in europ\u00e4ischen Staaten beschlossen wurden, weichen stark voneinander ab. <strong>Eine \u00dcbersicht.<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>In <strong>Spanien<\/strong> enden die beiden h\u00e4rtesten Wochen der Schlie\u00dfungen. Besch\u00e4ftigte von Betrieben, die keine als lebenswichtig eingestuften Aufgaben erf\u00fcllen, d\u00fcrfen wieder arbeiten gehen. In der U-Bahn sollen sie m\u00f6glichst Masken tragen. Der am 15. M\u00e4rz verh\u00e4ngte Ausnahmezustand dauert allerdings an, Restaurants und die meisten Gesch\u00e4fte bleiben geschlossen, die grunds\u00e4tzliche Ausgangssperre gilt weiter.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Fachgesch\u00e4fte, Bau- und Gartenm\u00e4rkte mit einer Verkaufsfl\u00e4che unter 400 Quadratmetern d\u00fcrfen in <strong>\u00d6sterreich<\/strong> wieder aufmachen, ebenso Handwerksbetriebe. Staatliche G\u00e4rten wie der Schlosspark Sch\u00f6nbrunn lassen Besucher ein. Die Pflicht zum Tragen von Schutzmasken in Lebensmittell\u00e4den bleibt bestehen und wird auf andere Gesch\u00e4fte, Arbeitspl\u00e4tze und \u00f6ffentliche Verkehrsmittel ausgeweitet.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>In <strong>Italien<\/strong> beginnt die sogenannte Phase 2 des Lockdowns. Viele Gesch\u00e4fte, Service- und Industrieunternehmen d\u00fcrfen unter versch\u00e4rften Hygieneregeln den Betrieb wieder aufnehmen. Schon zuvor konnten rund 80.000 Firmen mit einer Ausnahmegenehmigung produzieren und liefern. Ministerpr\u00e4sident Giuseppe Conte sagte, die schrittweise \u00d6ffnung sei wichtig &quot;f\u00fcr die psychologische Stabilit\u00e4t der B\u00fcrger, f\u00fcr die \u00f6ffentliche Ordnung und f\u00fcr die Auswirkungen des Lockdowns auf die Wirtschaft&quot;. Die generelle, strenge Ausgangssperre gilt allerdings weiterhin.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Tschechen<\/strong> d\u00fcrfen f\u00fcr Gesch\u00e4ftsreisen sowie Arzt- und Verwandtenbesuche au\u00dfer Landes reisen. R\u00fcckkehrer m\u00fcssen zwei Wochen in Quarant\u00e4ne. Bereits eine Woche zuvor hat die Regierung in Prag die Beschr\u00e4nkungen etwas gelockert: Sportst\u00e4tten sowie einige Gesch\u00e4fte wie Baum\u00e4rkte und Fahrradh\u00e4ndler sind seither ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>In <strong>D\u00e4nemark <\/strong>\u00f6ffnen Kitas, Vorschulen und Schulen bis zur 5. Klasse sowie Freizeiteinrichtungen f\u00fcr Kinder. Das Arbeitsleben soll sich &quot;auf verantwortungsvolle Art und Weise&quot; normalisieren. Busse und Bahnen erh\u00f6hen die Taktung.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Die vom Rest <strong>Finnlands<\/strong> abgeriegelte Region Uusimaa rund um die Hauptstadt Helsinki wird voraussichtlich ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Die <strong>Norweger<\/strong> d\u00fcrfen wieder in ihren H\u00fctten auf dem Land \u00fcbernachten \u2013 eine von vielen als besonders hart empfundene Einschr\u00e4nkung f\u00e4llt damit weg. Au\u00dferdem \u00f6ffnen die Kinderg\u00e4rten. Psychologen und Physiotherapeuten d\u00fcrfen unter Auflagen wieder Patienten behandeln.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Die <strong>spanische<\/strong> Regierung hat f\u00fcr diesen Tag weitere Lockerungen in Aussicht gestellt, Einzelheiten sind noch nicht bekannt.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>F\u00fcr <strong>norwegische<\/strong> Sch\u00fcler der Klassen 1-4 beginnt der regul\u00e4re Unterricht. \u00c4ltere Sch\u00fcler sollen nach und nach folgen. Auch Berufsschulen und Universit\u00e4ten nehmen schrittweise den Betrieb auf. Gesch\u00e4fte und Friseure d\u00fcrfen unter Auflagen \u00f6ffnen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Die <strong>\u00f6sterreichische<\/strong> Regierung pr\u00fcft, ob die schrittweise \u00d6ffnung richtig war oder ob erneute Schlie\u00dfungen notwendig sind.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>In <strong>\u00d6sterreich<\/strong> \u00f6ffnen voraussichtlich Friseure und gr\u00f6\u00dfere Einkaufszentren.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>In <strong>Italien<\/strong> beginnt Phase 3 des Lockdowns. Die Ausgangssperre wird voraussichtlich gelockert. Im gr\u00f6\u00dften Teil der Firmen darf wieder gearbeitet werden, aber nur unter besonderen Vorkehrungen; zu diesen z\u00e4hlen abwechselnde Schichten und ausreichend Abstand zwischen den Besch\u00e4ftigten. Nach und nach d\u00fcrfen fast alle Gesch\u00e4fte \u00f6ffnen, ihre Kunden aber nur in regulierter Zahl einlassen. Beim Friseur und in Sch\u00f6nheitssalons gilt die Regel: nicht mehr als zwei Personen in einem Raum. Geschlossen bleiben Fitnessstudios, Schwimmb\u00e4der, Sportstadien, Diskotheken und zun\u00e4chst auch Bars und Restaurants. Gruppenbildung in der \u00d6ffentlichkeit bleibt untersagt, K\u00fcsse und Umarmungen bei der Begr\u00fc\u00dfung sind auch im Familienkreis, vor allem im Umgang mit \u00c4lteren, tabu.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Fr\u00fchester Termin f\u00fcr weitere Lockerungen in <strong>D\u00e4nemark<\/strong>: regul\u00e4rer Schulbetrieb f\u00fcr Kinder ab der 6. Klasse. Ende des Verbots \u00f6ffentlicher Treffen von mehr als zehn Personen. \u00d6ffnung von Einkaufszentren, Sportvereinen, Bibliotheken und Kirchen. \u00d6ffnung der Landesgrenzen. Restaurants, Bars, Caf\u00e9s und Friseure bleiben geschlossen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>In <strong>Griechenland<\/strong> kommt es voraussichtlich zu ersten Erleichterungen, abh\u00e4ngig vom Verlauf der Pandemie. Die Regierung in Athen, die im M\u00e4rz rasch reagiert hatte und eine dramatische Ausbreitung von Infektionen vermeiden konnte, hofft darauf, dass es von Juli bis September noch zu einer eintr\u00e4glichen Tourismussaison kommt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Fr\u00fchester Zeitpunkt in <strong>\u00d6sterreich<\/strong> f\u00fcr den Beginn des regul\u00e4ren Schulunterrichts sowie die Wiederer\u00f6ffnung von Gastst\u00e4tten und Hotels.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Fr\u00fchester Zeitpunkt, an dem in <strong>Norwegen<\/strong> wieder Sport- und Kulturveranstaltungen erlaubt sind.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>In <strong>\u00d6sterreich<\/strong> k\u00f6nnen eventuell gr\u00f6\u00dfere Veranstaltungen wie Konzerte und Theaterauff\u00fchrungen stattfinden.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>In <strong>Italien<\/strong> \u00f6ffnen Kitas, Schulen und Universit\u00e4ten. In <strong>D\u00e4nemark<\/strong> sind \u00f6ffentliche Gro\u00dfveranstaltungen wieder erlaubt.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Die Pariser d\u00fcrfen tags\u00fcber nicht mehr joggen gehen<\/h3>\n<p>In einem besonders harten Kontrast zu den aufgelisteten L\u00e4ndern steht <strong>Frankreich<\/strong>. Am Mittwoch k\u00fcndigte die Regierung an, der rigorose Shutdown werde verl\u00e4ngert. Weiteren Aufschluss erhoffen sich die Franzosen von Emmanuel Macrons n\u00e4chster Rede an die Nation, die der Pr\u00e4sident am Montagabend halten will.<\/p>\n<p>Einzelne St\u00e4dte haben unterdessen die Ausgangssperre versch\u00e4rft:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Die Pariser d\u00fcrfen seit Mittwoch zwischen 10 und 19 Uhr nicht mehr joggen gehen;<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>in Nizza gilt schon seit dem 22. M\u00e4rz eine Sperrstunde von 22 Uhr bis 5 Uhr fr\u00fch.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zu Beginn der Osterferien am vergangenen Wochenende wurden die Kontrollen an Ausfallstra\u00dfen und Autobahnzahlstellen versch\u00e4rft; 160.000 Gendarmen und Polizisten waren dazu im Einsatz. Weiterhin gilt: In ganz Frankreich d\u00fcrfen B\u00fcrger nur mit einem datierten und mit Uhrzeit versehenen Formular des Innenministeriums das Haus f\u00fcr dringende Eink\u00e4ufe, Arztbesuche oder sportliche Aktivit\u00e4ten f\u00fcr maximal eine Stunde pro Tag verlassen und sich dann nur in einem Umkreis von einem Kilometer bewegen. Ausgenommen sind l\u00e4ngere Arbeitswege f\u00fcr all jene, die nicht im Homeoffice bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>88 Prozent aller Franzosen halten die strengen Ma\u00dfnahmen laut einer Umfrage des Instituts IFOP dennoch f\u00fcr gerechtfertigt. Die hohen Zustimmungswerte sind wohl auch durch die nach wie vor hohen Zahlen an Infektionen und Toten zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der europ\u00e4ische Kontinent ist gespalten: W\u00e4hrend in Frankreich die Zwangsma\u00dfnahmen gegen die Corona-Pandemie versch\u00e4rft wurden, beginnen andere L\u00e4nder mit ersten Lockerungen. Wie sieht ihr Zeitplan aus? Eine \u00dcbersicht. 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