{"id":202328,"date":"2020-04-11T06:52:34","date_gmt":"2020-04-11T06:52:34","guid":{"rendered":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/bahnhofsmission-munchen-in-corona-zeiten-suppe-aus-dem-food-truck\/"},"modified":"2020-04-11T06:52:34","modified_gmt":"2020-04-11T06:52:34","slug":"bahnhofsmission-munchen-in-corona-zeiten-suppe-aus-dem-food-truck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freeonlinetranslators.net\/news\/germany\/bahnhofsmission-munchen-in-corona-zeiten-suppe-aus-dem-food-truck\/","title":{"rendered":"Bahnhofsmission M\u00fcnchen in Corona-Zeiten: Suppe aus dem Food-Truck"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Starker Andrang von Bed\u00fcrftigen, Sicherheitsabstand f\u00fcr Trinker: Das Coronavirus bedroht auch die Bahnhofsmissionen. Bei deren Stammkundschaft versch\u00e4rfen sich die Probleme.  <\/p>\n<p>Es sind nun mehr Tauben da, hat Bettina Spahn beobachtet. Sie zeigt beim Rundgang durch die Halle auf ein paar V\u00f6gel, die einige Meter von den Gleisk\u00f6pfen des M\u00fcnchner Hauptbahnhofs Kr\u00fcmel vom Boden picken. Von dort verjagen sie sonst die Verk\u00e4ufer der umliegenden Kioske und Imbissbuden. Doch die meisten sind derzeit verwaist.<\/p>\n<p>Spahn, eine gelernte Krankenschwester, leitet die Katholische Bahnhofsmission am Gleis 11 des M\u00fcnchner Hauptbahnhofs, sie kennt jede Ecke des Geb\u00e4udes und hat ein genaues Gesp\u00fcr f\u00fcr die Sorgen, die die Reisenden und die Dauerg\u00e4ste des Bahnhofs jeden Tag bewegen.<\/p>\n<p>Die wandeln sich mit Fortschreiten der Coronakrise. Im Zeitraffer: Bis vor ein paar Tagen gro\u00dfer Andrang, Menschen, die nach Hause wollten. Jetzt: Eine unwirkliche Ruhe. F\u00fcr die Zukunft: Menschen und Probleme, die bleiben.<\/p>\n<p>Vor der massiven Glast\u00fcr der Bahnhofsmission mit der Sprechklappe sind auf dem Boden mit Klebeband Abstandsmarkierungen aufgebracht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahnhofsmission geben hier Tee und Brot aus, dazu gespendete Kleider. Sie helfen aber auch gestrandeten Reisenden, buchen Z\u00fcge und sogar Fl\u00fcge. Die Bahnhofsmission bekommt Geld von der Stadt, sie ist im Gef\u00fcge der Hilfseinrichtungen die niederschwelligste Anlaufstelle.<\/p>\n<h3>&quot;Wo will ich sein, wo ist mein Lebensmittelpunkt?&quot;<\/h3>\n<p>In dieser Funktion erlebte sie bis Ende M\u00e4rz einen Ansturm: 600 bis 700 Hilfsbed\u00fcrftige standen jeden Tag an, statt der \u00fcblichen 300. Die Schlange ging bis zum Abgang zur U-Bahn aus der Bahnhofshalle. (Lesen Sie hier einen \u00dcberblick \u00fcber die Situation der Obdachlosen in der aktuellen Krise.)<\/p>\n<p>&quot;Wir hatten eine Grundverunsicherung&quot;, erz\u00e4hlt Spahn in ihrem B\u00fcro. &quot;Jeder hat \u00fcberlegt: Wo will ich sein, wo ist mein Lebensmittelpunkt.&quot; Da die Grenzen st\u00e4rker kontrolliert wurden, wussten beispielsweise viele Osteurop\u00e4er nicht, ob und wie sie es in ihre Herkunftsl\u00e4nder schaffen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>&quot;Nun k\u00e4mpfen wir damit, dass die Versorgungsinfrastruktur d\u00fcnner geworden ist&quot;, sagt Spahn. Nicht nur die Gesch\u00e4fte mussten wegen Infektionsgefahr schlie\u00dfen, sondern auch viele Suppenk\u00fcchen und Kleiderkammern. Soziale Einrichtungen und Beratungsstellen stellten auf reinen Telefon- oder Online-Kontakt um. Dabei ist das Bed\u00fcrfnis nach direkter Ansprache gro\u00df. Denn die Klientel plagten &quot;Existenz\u00e4ngste&quot;, so Spahn. &quot;Die, die gesellschaftlich unten durch sind, sind auf solche Einrichtungen angewiesen.&quot;<\/p>\n<p>Die Leiterin lobt, wie engagiert Stadt und B\u00fcrgerschaft in der Not zupackten. Essen, Kleider und Geldspenden trafen ein, Caritas und Innere Mission konnten mit st\u00e4dtischen Mitteln au\u00dferhalb des Bahnhofs zwei Food-Trucks aufstellen, um dort kostenlos Suppe auszugeben.<\/p>\n<p>Der \u00dcbernachtungsschutz der Stadt M\u00fcnchen f\u00fcr Obdachlose in der Bayern-Kaserne hat jetzt ganzt\u00e4gig ge\u00f6ffnet, auch dort gibt es Essen.<\/p>\n<h3>Die Flaschensammler finden keine Flaschen mehr<\/h3>\n<p>Dennoch ist die sozial schwache Stammkundschaft der Bahnhofsmission eher schlechter dran als vor Corona. Die Flaschensammler zum Beispiel finden keine Flaschen mehr, Betteln lohnt sich nicht bei so wenig Passanten. &quot;Die Multi-Problemlagen versch\u00e4rfen sich&quot;, so erkl\u00e4rt Spahn die Tendenz.<\/p>\n<p>Im Aufenthaltsbereich der Bahnhofsmission d\u00fcrfen jetzt nur noch wenige Menschen gleichzeitig sitzen. Ein zahnloser Mann erz\u00e4hlt davon, dass er fr\u00fcher St\u00fcrmer in einer Fu\u00dfballbetriebsmannschaft gewesen sei, jetzt wartet er auf eine rechtliche Beratung. Es gibt einen neuen Hygieneplan, mittlerweile sind auch wieder Desinfektionsmittel vorhanden.<\/p>\n<p>Im Begegnungszentrum D3 der Caritas, einer Zuflucht f\u00fcr Suchtkranke und Obdachlose in der N\u00e4he des Bahnhofsausgangs, gelten nun Abstandsregeln: Maximal 22 Personen d\u00fcrfen hier nun gleichzeitig ihren niedrigprozentigen Alkohol trinken, jeweils nur maximal eineinhalb Stunden lang. Normalerweise ist der Aufenthalt unbegrenzt zwischen 9 und 16 Uhr m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Starker Andrang von Bed\u00fcrftigen, Sicherheitsabstand f\u00fcr Trinker: Das Coronavirus bedroht auch die Bahnhofsmissionen. Bei deren Stammkundschaft versch\u00e4rfen sich die Probleme. 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